LEHREN UND LERNEN : ARCHIV

Transform / – port

Wie sehr das Auto unsere Städte verändert hat, kann man wahrscheinlich gar nicht hoch genug schätzen. Man denke an den weltweiten Teppich des urban sprawl, an die endlosen Einkaufszentren, Parkplätze, Parkhäuser und Tiefgaragen. Leben und Landschaft wurden und werden global motorisiert. Nun ist mit TRANSform/port im Rahmen des future.lab Calls zu Projekten in der Lehre „Urbane Energien“ eine Lehrveranstaltung gefördert worden, in der Studierende der Raumplanung und Architektur gemeinsam mit internationalen Experteninnen zu verstehen versuchen, mit welcher Macht das Auto in Zukunft die Städte verändern wird.

Transform / – port

Für Europa beginnt sich abzuzeichnen, dass die individuelle Mobilität nicht mehr an Ideale des vorigen Jahrhunderts gebunden ist. Alternativen werden vorstellbar, deren Auswirkungen Stadtplaner und Architekten mitgestalten müssen. Car-Sharing Modelle werden immer stärker angenommen. Darüber hinaus, arbeiten alle großen Autohersteller und Unternehmen aus der IT daran, selbstfahrende „autonome“ Fahrzeuge serienreif zu bekommen. Wenn sich mehr Leute Autos teilen und die in der Lage sind, immer größere Strecken selbst zu fahren, wie sieht dann die Stadt aus? Wie verhalten wir uns in einer Stadt, in der möglicherweise die Fläche parkender Autos frei wird? Darf man über Gegenstücke zu Shopping Mall und Vorstadt spekulieren? Die Antwort, die wir gemeinsam mit den Studierenden geben möchten, ist: Man darf. Man muss – gerade an Universitäten

Und gerade wir. Raumplanung und Architektur agieren in einem Zeithorizont, der Spekulationen notwendigerweise mit einschließen sollte. In TRANSform/port starten wir von der Technologie des autonomen Fahrzeugs. Wir schaffen und fassen so den gedanklichen Spielraum, den es braucht, um informiert zu spekulieren. Wir werden Szenarien entwickeln, die wir im ständigen Austausch mit ExpertInnen schärfen. Außerdem nehmen wir die Gelegenheit wahr, um kritisch zu reflektieren, um zu verstehen, welche Rolle unsere Disziplinen spielen können. Das Fördergeld wird zum kleineren Teil dafür verwendet unsere Gesprächspartner nach Wien zu bekommen oder diese vor Ort zu befragen. Der größere Teil fließt schließlich in eine öffentliche Präsentation, bei der wir eine Straße sperren, unsere Szenarien ausstellen und in der Öffentlichkeit diskutieren. Bauende Architekten, Architekturtheorie, ISRA und Verkehrssystemplanung unterrichten zusammen. Die Voraussetzungen für ein aufregendes, arbeitsreiches Semester könnten nicht besser sein.

trans/formlport
Foto:”Houston,” aus Spiro Kristof, “The city assembled”

Am Freitag, den 20. 03. 2015 werden in der future.lab Werkstatt die Ergebnisse des Entwerfen und des Masterprojektes trans/form|port im Rahmen eines kleinen Festes präsentiert. Ein Semester lang haben sich Studierende aus Architektur und Raumplanung Gedanken zur möglichen Veränderung der Stadt durch autonome Fahrzeuge gemacht. Zu sehen sind überraschende Ergebnisse; Modelle, Pläne, Bilder, Filme, Musik.