AUSTAUSCHEN : ARCHIV

„kulturhauptstadt2024.at“ von der Lehrveranstaltung zur unabhĂ€ngigen Diskussionsplattform

Startpunkt war eine gemeinsame transuniversitĂ€re Lehrveranstaltung mit ĂŒber 100 Studierenden von neun österreichischen UniversitĂ€ten. Diese haben im Jahr 2015 Szenarien entwickelt was es bedeuten könnte, wenn im Jahr 2024 der Titel „Kulturhauptstadt Europas“ wieder in Österreich vergeben wird. Dann kam die Wanderausstellung: Die Lehrveranstaltungsergebnisse wurden bisher in neun österreichischen StĂ€dten gezeigt. Damit einher ging auch die ersten Ausgabe der kulturhauptstadt2024.at Zeitung in der die Ergebnisse dieser Lehrveranstaltung dokumentiert und durch wissenschaftliche BeitrĂ€ge ergĂ€nzt wurden. Begleitet wurde die Ausstellung von kritischen Diskussionsveranstaltungen mit ExpertInnen aus Politik, Wirtschaft, Kunst und Kultur. Damit wurde der österreichische Diskurs zum Thema "Kulturhauptstadt 2024" eingelĂ€utet. Der aktuelle Stand dieser österreichweit unterschiedlich gefĂŒhrten Diskussion wird Ende des Jahres 2016 in der zweiten Ausgabe der kulturhauptstadt2024.at Zeitung veröffentlicht.

„kulturhauptstadt2024.at“ von der Lehrveranstaltung zur unabhĂ€ngigen Diskussionsplattform

Wie organisiert man eigentlich eine Ausstellung? Was genau gibt es zu tun? Wie verteilt man die Aufgaben? Können wir uns aufeinander verlassen und wie kommunizieren wir?
Diese und viele andere Fragen beschÀftigten jene Studierenden, die bereit waren gemeinsam mit Elisabeth Leitner weiterzumachen: Nach der inhaltlichen Auseinandersetzung mit der Thematik und der Entwicklung von Szenarien in einer Lehrveranstaltung war es ihnen ein Anliegen weiter am Thema dran zu bleiben und in Diskussion mit einem österreichischen Publikum zu treten.

Es galt Teams fĂŒr folgende 9 StĂ€dte zu finden, welche die komplette Organisation des Transportes, des Auf- und Abbaus, des Eröffnungsabends, der Zusammenstellung und Einladung von PodiumsgĂ€ste und der Kommunikation mit den ZustĂ€ndigen vor Ort ĂŒbernahmen:

21.09.-25.09.2015 Graz, Neue Galerie Graz
16.10.-26.10.2015 Bregenz, Vorarlberg museum
27.11.-11.12.2015 Innsbruck, Landhaus 2
13.01.-01.02.2016 Wien, Az W
07.03.-23.03.2016 Klagenfurt, Architektur Haus KĂ€rnten
07.04.-18.04.2016 Salzburg, Unipark Nonntal
19.05-29.05.2016 Bad Ischl, Trinkhalle OstflĂŒgel
02.06-16.06.2016 Linz, Offenes Kulturhaus
24.06-01.07.2016 St.Pölten, FH St.Pölten

Mithilfe einer umfangreichen MindMap welche die ersten Gedanken und Vorstellungen widerspiegelte, wurden die unterschiedlichen Themen und Aufgabenfelder klar definiert. Neben rein logistischen und organisatorischen Aufgaben die bei einer Ausstellungseröffnung anfallen, musste eine einheitliche Corporate Identity erarbeitet und auch an Public Relations- und Dokumentationsarbeit gedacht werden. Die Studierenden konnten sich in einem offenen und gemeinschaftlichen Prozess anhand ihrer Skills und/oder Interessensschwerpunkten den einzelnen Themenfeldern und somit Teams zuordnen.

Workshop

Praxistest
Die ersten Teams wurden ins kalte Wasser katapultiert und machten ihre Erfahrungen durch learning by doing. Die folgenden StĂ€dteteams konnten von den Erfahrungswerten der KollegInnen profitieren. Dies betraf vor allem die Herausforderungen des Transportes und die Kniffe des idealen Auf- und Abbaus der selbstentwickelten Ausstellungspanelle. Aber auch in Sachen Kommunikationsarbeit – derer im Vorfeld einer Eröffnung viel geleistet werden musste – war die stetige Weiterentwicklung essentiell. Diese passierte sowohl intern – als eigenstĂ€ndiger lehrreicher gruppendynamischer Prozess – als auch extern. Es galt PodiumsgĂ€ste aus den verschiedensten Themenbereichen wie Politik, Wirtschaft, Kunst und Kultur aber auch ExpertInnen zum Thema Kulturhauptstadt einzuladen um eine spannende und reichhaltige Diskussion am Eröffnungsabend zu ermöglichen.

Workshop

Bei den Podiumsdiskussionen wurde zu folgenden Themen diskutiert:

– Auswahlprozess der Österreichischen Kulturhauptstadt 2024 (Graz)
– Potentiale Chancen und Risiken einer Bewerbung als Kulturhauptstadt2024 (Bregenz)
– Potentiale, Chancen und Risiken einer Bewerbung von StĂ€dten im Alpenraum zur ECoC 2024 (Innsbruck)
– 1000 Argumente zur Kulturhauptstadt (Wien)
– Potentiale und Chancen einer Bewerbung einer KĂ€rntner Stadt (mit Region) als Kulturhauptstadt 2024 (Klagenfurt)
– Wozu Salzburg Kulturhauptstadt 2024? (Salzburg)
– 1000 Argumente zur Kulturhauptstadt Salzkammergut 2024 (Bad Ischl)
– Wer will noch mal, wer hat noch nicht?
Die Perspektiven des Formats “Kulturhauptstadt” in Österreich und Europa (Linz)
– Kulurhauptstadt Chance oder Risiko?
Die Perspektiven des Formats “Kulturhauptstadt” in Österreich und Europa (St.Pölten)

Workshop

Die angehende ArchitektInnen konnten gemeinsam mit Elisabeth Leitner viele Meinungen, spannende Aussagen und positive Stimmen aus Österreich sammeln.
Diese werden momentan fĂŒr die zweite Ausgabe der kulturhauptstadt2024.at Zeitung aufbereitet um die Stimmung und den derzeitigen Stand der Diskussion zum Thema Kulturhauptstadt 2024 in Österreich zu dokumentieren.

Ein Blick nach hinten … ein Blick nach vorne 

Zu Beginn der Wanderausstellung war das öffentliche Interesse in Österreich an diesem Thema noch eher verhalten, zumal die offizielle Ausschreibung erst 2018 startet und vielleicht mancherorts an der Notwendigkeit einer so frĂŒh gefĂŒhrten Diskussion gezweifelt wurde.
Im Laufe des vergangenen Jahres ist durch die stetige Informationsarbeit ein Diskurs begonnen worden, bei dem es nun endlich um die Chancen geht, die in einem ernsthaft gefĂŒhrten Bewerbungsprozess zur kulturhauptstadt2024.at lĂ€gen. Die Ausstellungen und Diskussionsveranstaltungen haben – unterstĂŒtzt durch viel Kommunikationsarbeit – aus einer Gruppe interessierter, engagierter Studierender ein breit aufgestelltes, professionelles Netzwerk entstehen lassen.

Mit diesem Netzwerk und dem darin enthaltenen Wissen zum Thema haben wir als Diskussionsplattform in jedem Fall schon einen Beitrag zum österreichischen Diskurs geleistet. Dieser sollte „in allen europĂ€ischen LĂ€ndern beispielgebend sein“, meinte Manfred Gaulhofer – ehemaliger Juryvorsitzender fĂŒr die Auswahl der europĂ€ischen KulturhauptstĂ€dte – im Rahmen einer unserer Veranstaltungen.
Das macht uns stolz.