Genua – Le Lavatrici // Il Biscione

Um ein besseres Verständnis über das „Lavatrici“ und eine andere Perspektive über den Sozialbau in Genua zu bekommen, haben wir die „Forte Quezzi“-Wohnanlage besucht. Diese wurde in den 1950-1960er Jahren erbaut und behaust fast doppelt so viele Einwohner wie das „Lavatrici“. Wir haben ein Vergleich zwischen den zwei Projekten gemacht um generell eine Auskunft zu bekommen, was ein erfolgreicher Sozialbau ausmacht.

Der „Biscione“, wie er üblicherweise benannt wird, verfolgt dasselbe Prinzip wie das „Lavatrici“ was der Verkehr angeht. Der Erdgeschoss dient dem Autoverkehr und verfügt über offene Parknischen. Die Fußgängererschließung wurde im ersten Obergeschoss verlagert, findet in einer Loggia-Promenade statt und fordert eine linear verschlingelte Bewegung. Diese Ebene wird von den Bewohnern zum Spazieren und Verweilen benutzt, verfügt aber über kein vorgegebenes Programm für die öffentliche Nutzung. An dieser öffentlichen Promenade befinden sich die Wohnungsstiegenhäuser die eine andere Art von Privatheit als die von „Lavatrici“ aufweisen und als Symbol für die Nutzer angesehen werden können. Im „Lavatrici“ verfügen sie über eine Pufferzone und liegen somit versteckt vom öffentlichen Auge. Eine weitere Promenade befindet sich in einem höheren Geschoss und wird eigentlich halböffentlich wie die Korridore in „Lavatrici“ benutzt.

Ein Unterschied zum „Lavatrici“ ist die Orientierung des Gebäudekomplexes. Im „Biscione“ haben sowohl die privaten Loggien als auch die öffentliche Promenade diesselbe Aussicht, was als Symbol für die Gleichberechtigung zwischen den Einwohnern steht. Im „Lavatrici“ verfügen die unterschiedlich großen Balkone und Terrassen über verschiedene Ausblicke und Orientierungen. Die Positionierung beider Wohnkomplexe in einer bestimmten peripheren Lage erlaubt ihnen durch ihre Planung sich an der Stadt und an dem Meer auszurichten.

Ein anderer Unterschied der den „Biscione“ vom „Lavatrici“ differenziert ist der menschlichere Maßstab. Die erste Anlage ist in einer verschlingelter kompakter Form gebaut und „wächst“ in der Landschaft. Sie breitet sich in der Länge aus, aber passt ihre Höhe am vorhandenen Stadtbild an verglichen zum „Lavatrici“ das sowohl eine sehr starke horizontale als auch eine vertikale Ausdehnung zeigt und den Gefühl hinterlässt, dass es den Hügel besiegen möchte. Während man sich in „Bisciones“ öffentliche Zwischengeschosse befindet, kann man die Länge der Gebäude spüren, wird aber davon nicht überwältigt. Diese einzige Richtung in der Horizontalen lässt die Höhe des Wohnkomplexes im Hintergrund fallen. Das „Lavatrici“ verfügt über eine viel größere Komplexität, besitzt sehr viele unterschiedliche Ebenen und Höhen und lässt somit den menschlichen Maßstab schwerer einordnen. Der meschliche Maßstab lässt sich im „Biscione“ durch den öffentlichen Zwischengeschoss von der Ferne ablesen wobei das „Lavatrici“ eine Auskunft darüber nur durch private Terrassen gibt.

Unter den Gemeinsamkeiten kann man die Monofunktionalität und die naheliegende Wildnernis nennen. Beide Wohnanlagen wachsen frei im Grünraum und dienen nur dem Wohnen. Andere Funktionen die sich während der Zeit entwickelt haben, wurden abgeschaffen.

Als letzte Unterschiede gelten die Bausubstanz und das Gemeinschaftsgefühl. Der „Biscione“ wurde in einer besseren Qualität errichtet und dementsprechend auch gepflegt, wobei das „Lavatrici“ schon von Anfang eine niedrigere Qualität aufwies. Das Gemeinschaftsgefühl das wir im „Biscione“ empfunden haben, wurde uns auch von einer der Bewohnerinnen bestätigt. Sie meinte, dass sich die Menschen dort wie Teile einer Gemeinschaft fühlen und nicht nur einfache Bewohner desselben Quartiers sind.

Umgehen mit der Topographie

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1_ lavatrici landschaft

 

Panorama

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Erschließung

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Eingangssituationen

Forte Nikos-2

2_Lavatrici Eingang

 

Park

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5_lavatrici park

 

Wildnernis

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MonofunktionalitätForte Nikos-7

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