Genua – Le Lavatrici // Es hätte ETWAS sein können …

Route nach Lavatrici: Auf der Suche nach LEVELSCAPES

Unsere Reise hat im Bahnhof Sestri Ponente gestartet, der sich in einem Vorort in Genua
befindet. Auf unserer Busreise nach „Lavatrici“ haben wir mehrere Zwischenstopps gemacht
um uns mit der Architektur und dem Städtebau bis zu unserer Anlage vertraut zu machen.
Die Topographie, die sehr stark von Hangsituationen und Niveauunterschiede geprägt ist hat
uns überall Begegnungen mit Levelscapes ermöglicht. Das Gesamtbild unserer Route die
entlang des Meeres geführt hat, kann als eine Mischung von Strand – Freizeitaktivitäten und
Hafen – Industrie angesehen werden.

 

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Erste Begegnung mit einem Einheimischen

Vor dem Besteigen des Hanges in dem die Wohnanlage situiert ist, fand unsere erste
Begegnung mit einem Einheimischen statt.

„WIESO WOLLT IHR DORT HINGEHEN?“ Giancarlo

Das waren die ersten Worte die auf uns gestoßen sind als wir ihm erzählt haben, dass wir
dorthin gehen wollen. Giancarlo kannte das Projekt seit seiner Entstehung und meinte, dass
das Konzept eigentlich gut war, aber, dass die Realisierung wegen der starken
Budgetreduzierung gescheitert hat. Die mangelhafte Bausubstanz und die ungünstigen
Bodenverhältnisse führen zu ständigen Renovierungen. Giancarlo war aber von unserer
Forschungsreise begeistert. Wir haben ihm eine Visitenkarte vom Projekt gegeben und
hoffen, dass er unsere Reise weiter verfolgt.

Erste Begehung Lavatricis

Bei der Ankunft in der Anlage hat die gewaltige Dimension auf uns gestoßen. Das
Wohnkomplex hat sein ungenutztes Potenzial schon nach wenigen Schritten sichtbar
gemacht.

ES GIBT PLATZ FÜR ALLES, ABER RAUM FÜR NICHTS

Die geschlossenen öffentlichen Räume, die nicht gestalteten, undefinierten Orte, die
ungepflegten Situationen beschränken das Verweilen im öffentlichen Raum sehr stark und
verweisen auf eine abwesende Verwaltung. Wie kann man sich aber über eine so gewaltige
Wohnmaschine kümmern und wie kann man sie sich aneignen? Wo und in welcher Form
können sich die Bewohner entweder als Individuum oder Gemeinschaft ausdrücklich
machen? Das Monotone, die Sterilität, die Überdimensionierung, das Neutrale und die
Repetition können als einige Gründe für das Fehlen einer Individualität angesehen werden.
Man bekommt den Eindruck, dass trotz der Möglichkeit der Realisierung einer kleinen
Stadtmikrographie, das Willen dafür verlassen wurde. Obwohl es multifunktional konzipiert
wurde, dient die sehr programmatische Anlage heutzutage ausschließlich dem Wohnen.
Die Levelscapes die hier zu finden sind, zeigen eine sehr funktionalistische und strikte
Nutzung der Hanglage, ein Vorbild einer rationalen Stadt. Diese neue Interpretation von
Niveauunterschiede sind als Gegensatz zu den organischen Interventionen in der Stadt zu
betrachten, wo sich die Architektur sanfter in die Topographie verschmilzt und nicht den
Hang überwältigen will.

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Erste Begegnung mit einem Bewohner

„LEIDER WOHNE ICH HIER“ David

Für David wirkt das Wohnkomplex wie ein Krankenhaus. Als Grund hier zu wohnen hat er
die billigen Wohnverhältnisse genannt. Er meinte, dass mit dem Bau der Anlage und des
Hafens viele Arbeitsplätze generiert wurden, was aber die vom Tourismus geprägte Gegend stark verändert hat.

Während unserem Aufenthalt in der Anlage wurde der Hauptpark am späten Nachmittag von Menschen und deren Hunde stark belebt. Trotz des Sprachhindernisses war es einfach im Gespräch mit den Bewohner zu kommen, die bereit waren uns kennenzulernen und mit uns zu kommunizieren. Wir freuen uns auf die nächsten Begegnungen!

Ciao!

 

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