Genua – Le Lavatrici // Die Geschichte und der Sozialbau Genuas

An unserem zweiten Tag hier haben wir unser erstes Interview mit Prof. Gian Luca Porcile von der Universität Genua geführt, was uns einen Einblick über den Sozialbau der Stadt ermöglicht hat. Der Sozialbau in Genua wurde im Rahmen der Idee des „Grande Genova“ entwickelt, wo eine Verdichtung und eine Metropolisierung, trotz einer passenden Demographie, gezielt war. Genua war unabhängig von Mailand und Torino mit denen sie zusammen das Industrielle Dreieck bilden sollte, was zu eine eigenen Weiterentwicklung verhindert hat und schlechte soziale und politische Verhältnisse als Folge hatte.

Das Konzept der unofiziellen „Architekturschule Genuas“ (verglichen zu den etablierten Schulen Roms und Mailands) hatte die Landschaft, die Orientierung und die Privatsphäre im Mittelpunkt. Es fehlte die Tendenz eine Gemeinschaft zu fördern, was in der Architektursprache erkennbar ist, das Individuum stand im Mittelpunkt zusammen mit den Werten die ihm wichtig waren. Geplant wurde für jeden eine Wohnung die eine südliche Orientierung, einen Blick in die Landschaft und eine Privatsphäre ermöglichte. Man strebte nach einer Gleichberechtigung was eine Repetition und Reduktion zufolge hatte.

Dieses monotone Erscheinen wurde von vielen als eine hässliche Architektur bewertet. Trotz dieser Wahrnehmung führten die Hauptkonzepte des Sozialbaus im Falle des Referenzprojektes Forte Quezzi zu einem Aneignungsgefühl und einem Stolz der BewohnerInnen und dadurch zur Entwicklung einer Gemeinschaft. Die mangelhafte Bausubstanz, die viele Sozialprojekte zum scheitern brachte, war in Forte Quezzi nur stellenweise problematisch, wobei das „Lavatrici“ komplett in einer erbärmlichen Materialität ausgeführt wurde. Die Ausführung des Pegli 3-Wohnkomplexes war eine Folge der politischen Entscheidungen der damaligen Zeit, die das Verwenden von vorfabrizierten Elementen forderte, obwohl das Wissen und die Qualifikationen gefehlt haben.

Anschließend zum spannenden Gespräch haben wir die Altstadt untersucht um die Herangehensweise mit der Topographie zu verstehen. Wir haben bemerkt, dass die Topographie so prägend für Genua ist, dass überall dieselben Interventionen zu finden sind. Unser Ziel ist es die Ableitungen und die Verbindungen zu lesen und zu verstehen.

 

DSCF2164

Day 2 Lavatrici-4

Schreibe deinen Kommentar

Your email address will not be published. Required fields are marked *

*
*