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a hospital is not a tree – Die urbanen (Re)Integration Wiener Spitäler

A hospital is not a tree! Ein Krankenhaus ist vielmehr eine kleine Stadt: ein Netzwerk aus medizinischen und nicht medizinischen Räumen, Wegen, Abläufen und Begegnungen. Es ist Teil der alltäglichen Lebenswelten von PatientInnen, BesucherInnen, MitarbeiterInnen und auch der Menschen, die in seiner Umgebung wohnen. Als wichtiger Baustein des urbanen Geflechts ist das Krankenhaus Handlungsfeld und Instrument für Quartiers- und Stadtentwicklung. Aus diesem Blickwinkel wird das Spital zum Gesundheitsquartier - die Grenzen zwischen urbanem Raum und Krankenhaus verschwimmen.

a hospital is not a tree – Die urbanen (Re)Integration Wiener Spitäler

AKH Moser Architects

Die Grenzräume zwischen Gesundheits-, Stadt- und Krankenhausplanung untersucht Magdalena Maierhofer in ihrer Diplomarbeit. So prüft sie die Urbanisierungspotenziale von Spitälern in Wien um herauszufinden, welche Rolle Krankenhäuser zukünftig in der Stadt übernehmen können.
Obwohl Gesundheit und Stadtplanung in der Vergangenheit eng verbundene Disziplinen waren, wurden sie im Laufe des letzten Jahrhunderts voneinander getrennt. Heute wird diese separate Betrachtung immer häufiger kritisiert. Spätestens seit der Gründung des „Gesunde Städte Netzwerks“ der WHO ist die Stadt wieder zentrales Thema der Gesundheitsförderung: Gesundheit soll gestärkt werden, wo diese passiert. Das Quartier gilt dabei als eines der wichtigsten Settings. Die WHO fordert immer vehementer die Integration von Gesundheitsthemen in Quartiers- und Stadtentwicklung.

Umgekehrt wird auch in der Krankenhausplanung bereits eine (Re)Urbanisierung thematisiert. Der Fokus verschob sich hier von der Schaffung einer heilenden Umgebung hin zu der reinen Optimierung medizinischer Abläufe. Pavillonkrankenhäuser wurden durch „Paläste der naturwissenschaftlichen Medizin“ abgelöst und Gebäude, wie das Klinikum Aachen oder das neue AKH in Wien, sind zu von weitem sichtbaren Heilungsmaschinen – Symbolen des Wohlfahrtsstaates – geworden. Ihre Umgebung scheinen diese völlig zu ignorieren. Heute wird den Quartiers- und Aufenthaltsqualitäten in öffentlichen und halböffentlichen Räumen eines Krankenhauses wieder mehr Aufmerksamkeit geschenkt. Neben der inneren Urbanisierung wird, in aktuell geplanten Projekten, auch die Verzahnung des Spitals mit dem urbanen Umfeld forciert: Krankenhäuser werden wieder in die gewachsene Stadt geplant, Stadtquartiere um suburbane Krankenhäuser herum entwickelt und ganz bewusst städtische Funktionen in Spitalsgelände integriert.

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Zitat. Nickl, Hans (2014): Das Krankenhaus im öffentlichen Raum. In: Görgen, Arno/ Halling, Thorsten (Hg.) Verortungen des Krankenhauses. Stuttgart. S. 39-63. S.48

Durch Fläche, Personenfrequenz, Budget und Bedeutung zählen Krankenhausbauten zu den schwergewichtigen Bausteinen einer Stadt. Neben dem Mehrwert, der durch die städtische Einbindung für Krankenhäuser entsteht, kann im Rahmen von Spitalsprojekten auch die Stadt selbst gestaltet und produziert werden. So können Zentralitäten entwickelt, Quartiere verbunden und einen räumliches und funktionales Angebot für die Nachbarschaft geschaffen werden.
Die Standorte der Wiener Krankenhäuser werden im Rahmen des Wiener Spitalskonzepts 2030, organisatorisch und baulich reformiert. Die neuen, konzentrierten Standorte sollen erweitert, umgebaut oder neu errichtet werden. Diese Transformationen nimmt Magdalena Maierhofer zum Anlass, die urbane Einbindung dieser Spitäler zu untersuchen und will Wege, wie auch Potenziale einer besseren Vernetzung mit der urbanen Umwelt, aufzeigen.

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Wiener Spitäler, eigene Darstellung