Zuwanderung, Flucht, Identität und Öffentlicher Raum

Zuwanderung und ihre soziale und räumliche Folgen sind keine neue Themen in der Stadtentwicklung; es sind Themen, welche eng mit Urbanisierung und dem Wachstum von Städten verbunden sind. Doch spätestens seit dem Sommer 2015 rückt die Zuwanderung über die hohen Zahlen von Menschen auf der Flucht hierzulande in den Fokus öffentlicher Debatten.

Deutlich wird, wie wenig wir eigentlich über die Geflüchteten selbst wissen, über ihre jeweiligen kulturellen, religiösen und sozialen Hintergründe, über ihre Qualifikationen und Kompetenzen und über ihre Erwartungen, Bedürfnisse und Anforderungen an Wohnraum, an Bildungsangebote, an Erwerbsmöglichkeiten, an den Alltag und letztlich auch über ihren Aufenthalt im öffentlichen Raum. Ebenso wenig wissen wir, wer von der (heterogenen) Aufnahmegesellschaft, wie auf diese Bedürfnisse reagieren wird: Können sie akzeptiert, zumindest toleriert werden? Welche Konflikte zeigen sich wo? Was bedeutet die Sichtbarkeit „des Fremden“ im öffentlichen Raum? Gefährdet sie die Identifikation der Autochthonen mit „ihrem“ Raum?

Im Rahmen des Seminars „Zuwanderung, Flucht, Identität und Öffentlicher Raum“ wollen wir uns den Herausforderungen der Zuwanderung bezogen auf Funktion, Gebrauch und Gestalt, bezogen auf die Präsentations- und Repräsentationsfunktionen der öffentlichen Räume widmen. Aus verschiedenen Perspektiven erzeugen wir eine Verbindung zwischen sozialräumlichen Veränderungen und Herausforderungen für die Planung.