Kartografie des Übrigen

Geht es überbaut um Potential? Ging es jemals um Potential im öffentlichen Raum? Das Potential von Resträumen ist jeglicher Diskussion überflüssig, entstehen doch in solchen Räumen die ungewöhnlichsten, merkwürdigsten, besondersten Orte einer Stadt.

Unentdeckt, unbeachtet, seltsam, übrig geblieben – der Rest in einer Stadt.
Wo findet sich dieser? Gibt es da Zusammenhänge? Gibt es eine Taktik sie zu finden?
Ich stelle die Hypothese auf, dass sie vornämlich an Bruchstellen vorkommen.
Was ist nun eine Bruchstelle? Eine Stadt wächst und verändert sich stetig. Durch Veränderung wird vieles vormals Gebräuchliches obsolet. An Bruchstellen lässt sich diese Veränderung ablesen.
Umbrüche – gesellschaftlich, politisch, Mobilität, Städteplanung, Technik, Architekturstile etc. betreffend.
Angleichung von Straßenniveaus für Straßenbahnen, Bau von U-Bahnen, biedermeierliche Stadtstruktur trifft auf gründerzeitliche, gründerzeitliche auf moderne Stadt, Bevölkerungsexplosionen, politische Umbrüche, Öffnung vormals privater Grundstücke, Regulierung von Flüssen etc.

Das was sich findet wird akribisch kartografiert/dokumentiert – mit unterschiedlichsten Methoden.
Lassen sich Zusammenhänge erkennen?
Ergibt sich daraus ein Glossar über Typologien von übrigen Orten?

Urbane Leerstelle

von Helene Schauer

Lücken, Leerstellen, Gstettn, Unorte, Nichtorte, zweckentfremdete, schlecht gestaltete, vernachlässigte, unbenutzte, nicht zugängliche Orte/Räume, Brachen, Resträume, Orte ohne soziale Interaktion – das Glossar dieser Begriffe ist umfassend und teils widersprüchlich. Diese Orte/Räume sind Ressourcen für urbanes Leben, für Stadtwachstum, räumliche und gesellschaftliche Veränderungen – Potenzialorte, Möglichkeitsräume, Option Lots. Wo sind diese Orte/Räume? Wie entstehen solche Orte/Räume? Über welche Potenziale verfügen diese Orte/Räume? Der öffentlichen Raum gerät zunehmend unter Druck. Können wir uns Leerstellen leisten? Können wir uns leisten keine Leerstellen zu haben?