Kartografie des Übrigen

Geht es überbaut um Potential? Ging es jemals um Potential im öffentlichen Raum? Das Potential von Resträumen ist jeglicher Diskussion überflüssig, entstehen doch in solchen Räumen die ungewöhnlichsten, merkwürdigsten, besondersten Orte einer Stadt.

Unentdeckt, unbeachtet, seltsam, übrig geblieben – der Rest in einer Stadt.
Wo findet sich dieser? Gibt es da Zusammenhänge? Gibt es eine Taktik sie zu finden?
Ich stelle die Hypothese auf, dass sie vornämlich an Bruchstellen vorkommen.
Was ist nun eine Bruchstelle? Eine Stadt wächst und verändert sich stetig. Durch Veränderung wird vieles vormals Gebräuchliches obsolet. An Bruchstellen lässt sich diese Veränderung ablesen.
Umbrüche – gesellschaftlich, politisch, Mobilität, Städteplanung, Technik, Architekturstile etc. betreffend.
Angleichung von Straßenniveaus für Straßenbahnen, Bau von U-Bahnen, biedermeierliche Stadtstruktur trifft auf gründerzeitliche, gründerzeitliche auf moderne Stadt, Bevölkerungsexplosionen, politische Umbrüche, Öffnung vormals privater Grundstücke, Regulierung von Flüssen etc.

Das was sich findet wird akribisch kartografiert/dokumentiert – mit unterschiedlichsten Methoden.
Lassen sich Zusammenhänge erkennen?
Ergibt sich daraus ein Glossar über Typologien von übrigen Orten?

Gebrauchsspuren. Periphere und Prekäre Stadträume

von Klara Hrubicek

Dieter Hoffmann-Axthelm bezeichnet die Peripherie als “eine Lage, keinen Ort”, die “… klar benennbare Vorteile, aber im Grunde keine Eigenschaften” hat. Falls diese Lage aber zu meinem persönlichen Handlungsfeld wird, kann sie neue Funktionen erhalten und zu einer gewissen Öffentlichkeit gelangen in der Spuren hinterlassen werden. Doch auch eine passive Haltung kann sich bemerkbar machen. Wenn ich den öffentlichen Raum “brauche”, nutze ich ihn. Dadurch bekommt er eine gewisse Abnutzung im Sinne einer Unschärfe. Diese Gebrauchsspuren, die aufgeriebenen Stellen in peripheren Stadträumen, erwecken mein Interesse für diese Arbeit.