Studio.DISPLACED

Das Studio.DISPLACED ist ein noch fahrtüchtiger Gelenkbus der Wiener Linien. Basierend auf unserer bisherigen kooperativen und sozialräumlichen Arbeit mit Geflüchteten entstand daraus ein mobiles bedarfsorientiertes Raumaktivierungslabor. Als Gemeinschaftsprojekt von DISPLACED und design.build studio wurde dieses weitere räumliche Modul ab Herbst 2016 von Studierenden in OPENmarx baulich realisiert.

Im Rahmen des Kleinen Entwerfens „Studio DISPLACED – Design Build 2016“ (Fattinger/Harather/Stuefer) konnte dieses Vorhaben mit dem von DISPLACED eingebrachten Preisgeld der „SozialMarie 2016 – Prize for social innovation“ sukzessive umgesetzt werden: Das Studio.DISPLACED ist eine mobile multifunktionale Raumressource und bietet als Living-Lab einen informellen Ort der Koproduktion.

Über verschiedene Lehrveranstaltungsformate wird das Zusammenkommen von Lehrenden, Studierenden und Menschen aus den Nachbarschaften – vor allem von Geflüchteten, die im naheliegenden Haus Erdberg wohnen – möglich. Gemeinsames Arbeiten und Produzieren, verbaler und nonverbaler Austausch, vielfältiges Lernen – voneinander und miteinander – findet im räumlich kompakten Studio ebenso statt wie in den anderen räumlichen Modulen und auf den großzügigen Freiflächen des OPENmarx-Geländes.

Seit März 2017 wird das Studio.DISPLACED zum PLACE OF IMPORTANCE: Als Teil des Projekts von Harather/Peer/Semlitsch/Stuefer (das im Rahmen der fakultätsweiten EXCITE-Initiative für herausragende Leistungen in Lehre und Forschung gefördert wird) entstehen partizipative Interventionen in und um das Studio.DISPLACED: Sie tragen die Idee des offenen, integrativen Lernens und der kooperativen Wissensproduktion in sich und nehmen damit gleichzeitig eine Vermittlerrolle ein. Die Interventionen entstehen in enger Kooperation mit lokalen Initiativen und Organisation im Bereich der solidarischen (Bildungs-)Arbeit: Die Vernetzung mit unterschiedlichen AkteurInnen, mit vorhandenem Wissen und gemachten Erfahrungen zielt auf die Verstetigung sozial integrativer, informeller Bildungsräume – inhaltlich-wissenschaftlich ebenso wie praktisch-tätig – über Forschung, Lehre und Praxis.

Die Mobilität des Studios ist dabei wichtiges Kriterium, um in weiterer Folge flexibel und unkompliziert an unterschiedliche Orte und Strukturen „andocken“ zu können. Räume für Geflüchtet sind meist temporär organisiert – durch seine eigene Mobilität kann das Studio.DISPLACED zu den Menschen kommen, mit ihnen weiterziehen und so zu einem verlässlichen Ankerpunkt werden, der Stabilität auf unsicheren Lebenswegen möglich macht – und damit neue Perspektiven und Modelle für bedarfsorientierte Räumlichkeiten anbieten.