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Field Trips in Public Space 2018 – Publikation erschienen

Das experimentelle Lehrveranstaltungsformat der Field Trips wurde ausgehend von einer Kooperation von future.lab und Stadt Wien entwickelt. Rund um das Arbeitsfeld des öffentlichen Raums widmen sich Studierende der Studienrichtungen Architektur und Raumplanung semesterbezogenen Schwerpunkten – gegebenenfalls getrieben von dem Vorhaben, einen individuellen Forschungs- und Studienschwerpunkt zu entwickeln, der im Rahmen einer Diplom- oder Dissertationsarbeit weiter vertieft werden kann.

Field Trips in Public Space 2018 – Publikation erschienen

Das experimentelle Lehrveranstaltungsformat der Field Trips wurde ausgehend von einer Kooperation von future.lab und Stadt Wien entwickelt. Rund um das Arbeitsfeld des öffentlichen Raums widmen sich Studierende der Studienrichtungen Architektur und Raumplanung semesterbezogenen Schwerpunkten – gegebenenfalls getrieben von dem Vorhaben, einen individuellen Forschungs- und Studienschwerpunkt zu entwickeln, der im Rahmen einer Diplom- oder Dissertationsarbeit weiter vertieft werden kann.

Im Sommersemester 2018 fanden die Field Trips zum dritten Mal statt. Nach einem ersten Semester, bei dem sich die TeilnehmerInnen selbstständig thematische Schwerpunkte entlang eines vorgegebenen Themenpools erarbeiteten, folgte die Auseinandersetzung mit Identität und Konfliktkultur im öffentlichen Raum. Im Zuge der dritten Edition wurde mit (Süd-)Osteuropa ein geografischer Fokus gewählt, der dem Anspruch der Bereisung des Unbekannten, des Überraschenden alle Ehre machte.

Konkret geht es bei den Field Trips um die wissenschaftliche Vorbereitung, Durchführung, Dokumentation und Auswertung von Expeditionen. Diese werden von den TeilnehmerInnen der Lehrveranstaltung selbstständig erarbeitet und verstehen sich nicht als geführte Exkursionen, sondern vielmehr als Entdeckungs- und Forschungsreisen. Dabei soll der Perspektivenwechsel und die Konfrontation mit anderen, fremden Nutzungsweisen und Entwicklungslogiken ein differenziertes Verständnis für die Auseinandersetzung mit öffentlichem Raum (in Wien) fördern.

Im Zeitraum Juli–September 2018 haben sich neun Expeditionsteams aufgemacht, um die Städte Belgrad, Bukarest, Cluj-Napoca und Sarajevo zu bereisen. Sie haben zahlreiche Gespräche mit ExpertInnen geführt und unterschiedlichste Sichtweisen zusammengetragen. Sie haben exemplarische Orte und Projekte besucht und dabei Erlebtes Tag für Tag in Form eines Logbuchs festgehalten und online geteilt. Im Zuge dieser Publikation gewähren die einzelnen Gruppen Einblicke in das Abenteuer Field Trips.

FTiPS 3 Publikation 3

Im Rahmen der dritten Reihe der Field Trips wurde der Fokus auf planerische, gesellschaftliche und kulturelle, politische wie ökonomische Zugänge, Denkmodelle, AkteurInnen und Konzepte, die den öffentlichen Raum im geografischen Kontext (Süd-)Osteuropa prägen, gelegt. Die intensive Auseinandersetzung mit der bewegten Geschichte und der Prägung, die Stadt und Gesellschaft insbesondere im Kommunismus erfahren haben, stellte hierbei eine wesentliche Voraussetzung dar, um das Verständnis von Öffentlichkeit und die Bedeutung, die öffentlicher Raum für die Gesellschaft einnimmt, zu untersuchen.

Für das Sommersemester 2018 konnte Stefan Ghenciulescu – freier Architekt, Mitbegründer des Vereins Zeppelin und Chefredakteur des gleichnamigen internationalen Architekturmagazins sowie Assistenzprofessor an der „Ion Mincu“ University of Architecture and Urbanism in Bukarest – als future.lab Gastprofessor gewonnen werden. Er selbst forscht im Rahmen seiner vielfältigen Tätigkeiten unter anderem zu den Schwerpunkten öffentlicher Raum, urbane Kulturen, low-budget processes und community architecture. Bezogen auf den thematischen Fokus der Field Trips 2018 schreibt er im Programmheft der Lehrveranstaltung über Stadt und Gesellschaft in Südosteuropa vor und nach 1989 eindrücklich:

Nicht heimisch aber auch nicht exotisch genug, bleibt die südosteuropäische Stadt im Schattenkegel der allgemeinen aber auch pro­­fessionellen Wahrnehmung. Dabei hat sie allerhand zu bieten: Konflikte und extreme Gegensätze aber auch wunderbare Mischungen und eine eigenartige Urbanität; wilde Entwicklung aber auch kluger Widerstand. Sie ist immer instabil und doch wunderbar beständig. Trotz oder eigentlich wegen ihrer Eigenart stellt die Balkan-Stadt auch ein auskunftsreiches Modell dar – eine extreme Schaubühne für urbane Phänomene, die – vermildert und kaschiert – auch dem Westen eigen sind. — Stefan Ghenciulescu

Beiträge aus vergangenen Forschungsreisen können in der Radiosendung A Palaver, Folge 185 nachgehört oder über den future.lab Blog nachgelesen werden.