LEHREN UND LERNEN

Das Mobile Stadtlabor – das Design-Build Projekt – aus.büxen

Seit dem Sommer 2013 stapeln sich im Resselpark, vor der TU Wien, modifizierte, gebrauchte Seecontainer sowie sondergefertigte, raumabschließende Elemente zu einem prägnanten Raumkonstrukt. Während vormals verschiedene Güter in diesen Containern befördert wurden, dienen sie nunmehr dem Transfer von Wissen und Praxis.

Das Mobile Stadtlabor – das Design-Build Projekt – aus.büxen

Die temporäre Architektur des Mobilen Stadtlabors nimmt eine Grundfläche von rund 14 x 16 Metern ein. Durch eine Überdachung zwischen den gestapelten Containern wurde ein großzügiger Mehrzweckraum aufgespannt. Eine Sitztreppe fungiert als Auditorium und dient zusätzlich als Erschließung für Arbeitsräume und gedeckte Freiräume im Obergeschoß, Küche und Bar erweitern das Raumprogramm im Erdgeschoß über Terrassen in den öffentlichen Raum.

Konzipiert, entworfen und gebaut wurde das Mobile Stadtlabor von 30 Architekturstudierenden im Rahmen eines DESIGN-BUILD STUDIO. Als projektorientierte Lehr- und Lernmethode gibt das Design-Build Studio Architekturstudierenden die Möglichkeit, die verschiedensten Phasen eines kleinen, aber realen Planungs- und Bauprojekts zu durchlaufen.

Die Idee ein mobiles Stadtlabor für die Fakultät für Architektur und Raumplanung ins Leben zu rufen wurde im Sommer 2012 von Dekan Rudolf Scheuvens lanciert und im folgenden Wintersemester von Peter Fattinger als Design-Build Lehrveranstaltung angeboten. In einem dreimonatigen, intensiven und vor allem kollektiven Prozess arbeiteten einzelne Teams vorerst an unterschiedlichen Konzepten, die dann wöchentlich in der großen Gruppe diskutiert wurden. So wurde Woche für Woche der kollaborative Entwurf weiter geschärft. Im Jänner hatte man schließlich einen gemeinsamen Entwurf finalisiert und ging daran, wiederum in einzelnen Teams, die unterschiedlichen Bereiche des Gebäudes auszuarbeiten, Kosten zu kalkulieren und konstruktive Details zu entwickeln.

Der Frühling 2013 musste noch intensiv zur Akquirierung von Förder- und Sponsorengeldern genutzt werden, um die nötigen Mittel für die bauliche Realisierung zu sammeln, bevor dann Mitte Mai 2013 die Studierenden schließlich beginnen konnten, ihren Entwurf, vor den Toren der TU am Karlsplatz, eigenhändig in die gebaute Realität zu übersetzen. Sukzessive wurden gebrauchte Seecontainer mit Tiefladern vom Wiener Hafen angeliefert, um dann vom Team der Studierenden bearbeitet zu werden. Dabei wurden nicht nur riesige Öffnungen in die Stahlcontainerwände geschnitten, sondern auch unzählige Laufmeter Stahlprofile angeschweißt, Treppenholme und Türrahmen gefertigt und lackiert, Wärmedämmung und Innenwandverkleidungen aus Sperrholz eingebaut, Dachpaneele und Sitzstufen fabriziert, Verglasungen angebracht, Stromleitungen verlegt, sogar die Türschnallen wurden von den Studierenden im Selbstbau hergestellt.

Anfang Oktober 2013, genau ein Jahr nach Start der Design-Build Lehrveranstaltung, ging das Mobile Stadtlabor schließlich am Karlsplatz in Betrieb.

Das Mobile Stadtlabor als gemeinsamer Ort des Austauschs

design.build

 

Unterstützer bei der Realisierung des Mobilen Stadtlabors