die Gesellschaft muss sich verändern

Von links nach rechts (gereiht nach der Abfolge der geführten Interviews): Dr. Ilse  Stockinger, Dr. Andreas Dillinger, DI Stefan Geier 

 

Um unsere (sehr) übergeordnete Fragestellung „Wie können technologische Entwicklungen dazu beitragen weniger Ressourcen zu verbrauchen und welche Rahmenbedingungen sind abseits der technologischen Entwicklungen dazu notwendig?“ besser fassen und beantworten zu können, haben wir spannende Meinungen unterschiedlicher AkteurInnen in Wien eingefangen. Als ProtagonistInnen haben wir uns jeweils eine VertreterIn der Stadt, der Politik und der Wirtschaft ausgesucht. Wir hatten dabei Gelegenheit ExpertInnen der Wiener Stadtwerke (Frau Dr. Ilse Stockinger), der Wirtschaftskammer Österreich (Dr. Andreas Dillinger), und der MA20 – Energieplanung (DI Stefan Geier) und deren Meinungen und notwendige Maßnahmen für die Entwicklung Wiens kennenzulernen.

Wir haben erfahren, dass ein solch komplexes und unüberschaubares Thema, wie es die Digitalisierung ist, Angst erzeugt. Die Digitalisierung muss so genutzt werden, dass wir die Komplexität verstehen lernen. Die Herausforderung besteht darin, dass wir die Werkzeuge, die uns zur Verfügung stehen, richtig in die Anwendung bringen. Die digitalen Möglichkeiten sind dabei als ein Werkzeug zu sehen. Maßnahmen der Gesellschaft, wie das Licht nicht unnötig lange eingeschaltet zu lassen, sind nett, aber nicht ausreichend. Langfristig müssten die Strompreise erhöht werden, damit wirklich etwas passiert.

Zusammenfassend lässt sich der Klimawandel nicht wegretuschieren. Er ist da und wir stehen vor großen Herausforderungen. Es gibt keine Normen und Standards, jedoch befinden wir uns in Wien, mit der Smart City und übergeordnet mit den Klimazielen des Pariser Abkommens, auf einem guten Weg. Die Komplexität der Ressourcen, im Hinblick auf die Zukunft der europäischen Stadt ist sehr groß. Systematische Zusammenhänge sind schwer zu verstehen, Wechselwirkungen nicht einfach abzuschätzen. Die digitalen Werkzeuge um gesteckte Ziele zu erreichen, sind vorhanden, jedoch ist die Implementierung nicht ganz einfach.

Letztendlich liegt der Schlüssel in der Gesellschaft. Jede/Jeder muss sich verändern. Veränderung beginnt bei uns selbst.

 

Coverphoto – eigene Aufnahme und Bearbeitung

Felix Assmann, Michael Kerschbaumer, Marina Siebenhofer

wir werden mit ExpertInnen sprechen

Um das große Thema der Digitalisierung und im wesentlichen auch die Ressourcen selbst, einfacher fassen zu können, werden wir Interviews mit ExpertInnen aus der Stadt – der Wiener Stadtwerke, der Wirtschaft – der Wirtschaftskammer Österreich und der Politik – der MA20 Energieplanung führen.

Speziell werden wir die Wiener Stadtwerke zu Programmen wie der Smart City und dem Nachhaltigkeitsbericht befragen, sowie die umfassende Frage Stellen, wo sie denn die Chancen der stetigen Entwicklung unserer Gesellschaft sehen. Wir möchten erfahren, inwiefern technologische Entwicklungen dazu beitragen können, weniger Ressourcen zu verbrauchen. Außerdem auch wie sie das Potential von digitalen Technologien sehen und damit, urbane Systeme ressourcenschonender zu betreiben. Welche Möglichkeiten werden in städtischen Energiesystemen, hinsichtlich der Effizienzsteigerung gesehen? Im Speziellen auch, wie denn nun die Stadtwerke eine Effizienzsteigerung erreichen. Auch der Standpunkt zum Umgang mit dem Stadtwachstum in Wien und die Vereinigung mit Ressourcenschonung sind Bereiche, die wir gerne mit den Stadtwerken diskutieren möchten. Auch möchten wir die Vertreterin von den Wiener Stadtwerken mit dem Begriff des Rebound Effekts konfrontieren.

Der Wirtschaftskammer Österreich möchten wir ebenfalls, wie den Wiener Stadtwerken, die Frage stellen, wo sie denn die Chancen und Potentiale in der fortschreitenden Digitalisierung sieht. Auch interessiert uns ihr Standpunkt dazu, wie technologische Entwicklungen, dazu beitragen können, weniger Ressourcen zu verbrauchen. Spannend finden wir auch, dass die WKO im vergangenen Jahr die Zero Emissions Tagung veranstaltet hat, sich aber gleichzeitig für das Lobautunnel Projekt, oder die dritte Piste am Flughafen Wien ausspricht. Ob das nicht ein Widerspruch in sich ist? Auch von der WKO möchten wir wissen, welche Rolle die Gesellschaft hinsichtlich einer ressourcenschonenden Stadt spielt.

Die MA 20, genauer das Referat für erneuerbare Energie und Energieraumplanung, möchten wir auf das Urban Learning Projekt ansprechen. Wir möchten erfahren, welche Chancen sie in der stetigen Digitalisierung unserer Gesellschaft sieht. Welche technischen Entwicklungen werden von Seiten der Stadt Wien erprobt bzw. eingeführt, um in Zukunft den Ressourcenverbrauch zu senken? Und welche Potentiale sieht die Stadt Wien, in digitalen Technologien, wie zum Beispiel den Smart Grids? Weiter Antworten, möchten wir darüber erhalten, welche Auswirkungen das starke Wachstum auf die Stadt Wien hat und in Folge auch, ob sich dieses Wachstum mit Ressourcenschonung vereinbaren lässt. Hier interessiert uns auch die Positionierung zu Rebound Effekten. Wesentlich ist zum Abschluss natürlich auch die Frage bezüglich der Gesellschaft. 

Wir erwarten uns spannende und informative Interviews und werden berichten, wie es war 🙂 .

 

Coverphoto – Quelle: https://d3irk3g7luh32r.cloudfront.net/wp-content/uploads/sites/7/2016/11/interview-stick-figures.png

Felix Assmann, Michael Kerschbaumer, Marina Siebenhofer

Der unstillbare Hunger.

Unser Hunger nach Energie.

Ein Anfang ist es nicht mehr auf endliche Ressourcen wie Erdgas- und Erdöl zurückzugreifen zu müssen (wir beziehen ca. 80% aller Energien daraus). Nicht nur, dass es sonst früher oder später keine fossilen Brennstoffe mehr geben wird, auch treiben die daraus generierten CO² Emissionen immens den Klimawandel an. –> CO2-Bilanzen 

Über Atomenergie möchten wir gar nicht erst beginnen zu reden. In der direkten Gegenüberstellung mit fossilen Brennstoffen vielleicht umweltschonender, jedoch beherbergen sie ein nicht beherrschbares Katastrophenpotential. (Atomkraft und Nachhaltigkeit)

Wir müssen also Umdenken, sonst ist es irgendwann zu spät. Es muss genügend billige Energie aus erneuerbaren Ressourcen, wie dem Wind und der Sonne, erzeugt werden. Nur wenn die Versorgung dadurch wirklich sichergestellt werden kann, können wir auf fossile Brennstoffe verzichten. Um diese Versorgung sicherzustellen benötigen wir Innovationen und Technologien und die Wissenschaft. Nur so können wir wirtschaftlich weiter wachsen.

Und dann natürlich noch die Bewusstseinsbildung für die Gesellschaft. Das Problem angreifbar machen. Eine Idee wäre hier, um wieder ein wenig auf unser Katastrophen-Szenario (kein Strom mehr) zurückzukommen, das Aufzeigen von und Konfrontieren mit möglichen Szenarien einer plötzlichen Energiewende.

Wenn jemand ein Problem erkannt hat und nichts zur Lösung des Problems beiträgt, ist er selbst ein Teil des Problems. (Unbekannt)

 

Coverphoto – Quelle: https://bilder.t-online.de/b/71/22/14/94/id_71221494/610/tid_da/die-deutschen-verbrauchen-fuer-ihren-lebensstil-pro-jahr-weit-mehr-als-doppelt-so-viele-natuerliche-ressourcen-wie-ihr-eigenes-land-dauerhaft-zur-verfuegung-stellen-kann-.jpg

Felix Assmann, Michael Kerschbaumer, Marina Siebenhofer

Von FabLabs zu FabCities

Fabcity global initiative

Das fabcity movement

Die Uhr ist gestellt, 36 Jahre 227 Tage bis FabCities alles produzieren was sie konsumieren.

Poblenou´s (Katalanisch für Neues Dorf) Maker District ist ein Pilotprojekt für digitale und soziale Innovation in Barcelona, indem kreativschaffenden ein Raum geboten wird. In einem Radius von 3km  hat sich eine bunte Community von Werkstätten, Fablabs, Maker Spaces, Forschungsinstitutionen und Startups angesiedelt. Wie der Internetseite der Stadtverwaltung Barcelonas zu entnehmen ist, sollen die dort gelebten Werte gesamtstädtisch übernommen werden:

,,a city that is open in terms of collaboration, democracy, production, innovation and creation”

Poblenou’s Maker District basiert auf der internationalen “fabcity” Vision, die Entwicklung eines neuen Städte Modells, bei der die lokale Produktion im Fokus steht. Mit Blick in die Zukunft ist anzunehmen, dass man so den gesetzten Klimazielen näher kommt, denn der ökologische Fußabdruck wird reduziert und ein neues integratives Nachbarschaftsgefüge entsteht. Nahrungsmittel, Energie und Güter werden in der Stadt regional hergestellt, verarbeitet und genutzt; die Information zur Produktion sind hingegen global abrufbar. Die Grundlage für diese urbane Innovation sind existierenden FabLab Netzwerke die bereits von über 1000 FabLabs in 70 Ländern genutzt werden.

Die Strategie der FabCity ist einzigartig da sie eine Bandbreite von ökologischen, sozialen und ökonomischen Zielen (Carbonreduktion, Müllminimierung, Verlagerung von Produktion und Arbeit) in einem systemischen Ansatz vereint und neue technologische und produzierende Herangehensweisen nutzbar macht.

Die Ziele sind gesetzt, ob sich jedoch das bisherige Wirtschaftssystem verändert und an die lokale Agenda der FabCitys anpasst, wird sich in den nächsten Jahren herausstellen. So eine Transformation muss von Seiten der Politik an die Bevölkerung getragen werden. Möglichkeiten sollten aufgezeigt werden und der Umstieg zur lokalen Versorgung subventioniert werden.

Bei unser Befragung werden wir uns an das Fablab-Team Barcelona, Wien und Berlin wenden. Nicht nur deren Aussichten über Arbeitsformen und -verhältnisse der Zukunft werden spannend zu vergleichen. Einen anderen Blickwinkel erwarten wir uns von Akteuren aus Politik, der Forschung und Journalisten die einen Bezug zur Arbeit 4.0 haben, der bei späteren Spekulationen spannende Kontraste bietet. Mit wenigen Fragen versuchen wir ein weites Spektrum an Antworten zu erhalten.

Vielleicht stellt sich heraus, dass diese Fab City Vision auch nur eine Utopie von Makern ist, die in Ihrer eigenen Blase stecken.

Shanine Alpen, Tina Blauensteiner

die Lösung der Probleme?

Wenn wir von Effizienz, Konsistenz und Suffizienz sprechen, stellen wir uns sehr schnell die Frage, wie anpassungsfähig unsere Gesellschaft denn eigentlich ist?

Uns allen ist inzwischen das Konzept des ökologischen Fußabdrucks bekannt (oder der ökologische Rucksack, den wir in einem der vorherigen Blogbeiträge vorgestellt haben). Die Folgen des eigenen Konsums sind für uns nachvollziehbar, ob es nun die ökologischen oder sozialen sind. Der Klimawandel wird tagtäglich sichtbarer, die Produktionsbedingungen von Kleidung in Bangladesch kennen wir. Doch welche Konsequenzen zieht unsere Gesellschaft daraus?

Wenn wir die politischen Entwicklungen betrachten, sind die 2-Grad-Ziele von Paris der Maßstab, den es gilt zu halten. Gleichzeitig wird bei einem Blick in die Medien deutlich, dass zahlreiche Staaten ihre gesteckten Ziele nicht einhalten können. Die Anstrengungen auf dem Weg zum 2-Grad-Ziel sind auf der politischen Agenda nicht sehr weit oben angesiedelt, bzw. PolitikerInnen scheuen einschneidende Schritte aus Angst vor den Reaktionen der WählerInnen. An diesem Beispiel zeigt sich deutlich, dass die Politik und letztendlich der Gesetzgeber nicht der entscheidende Treiber für ökologische und nachhaltige Veränderungen unserer Gesellschaft ist. Dazu möchten wir gerne auf einen Artikel im Standard verweisen. 

Aber wie kann eine nachhaltige Veränderung aussehen, wie können wir selbst zu einer Veränderung beitragen? Viele Probleme die unsere Gesellschaft erzeugt, sind bekannt, aber Veränderungen lassen sich nur sehr langsam umsetzen. Vielleicht zu langsam?

Zum einen gibt es Produkte, die mit hoher Effizienz arbeiten, aber einfach von der Kundschaft nicht akzeptiert wurden. Der VW Lupo 3L wurde schon vor knapp 20 Jahren (1999) auf den Markt gebracht, hat aber nur wenig Interesse und Anklang gefunden. Dagegen sind SUV’s zu einer der beliebtesten Fahrzeugkategorie geworden, trotz der Folgen. –> Der SUV-Boom und seine Folgen

Welche Lösung bleibt dann, um die immer stärker werdenden Probleme die durch Umweltbelastung und Klimawandel auf uns zukommen, anzugehen? Können wir auf die große technische Innovation hoffen, die diese Probleme auf einen Schlag lösen kann?

 

Coverphoto – Quelle: http://www.uni-bayreuth.de/de/forschung/profilfelder/emerging-fields/innovation-und-verbraucherschutz/images/layoutbilder_zentral/Birne.jpg

Felix Assmann, Michael Kerschbaumer, Marina Siebenhofer

from efficiency to sufficiency

Von der Effizient zur Suffizienz. Es soll ein Bewusstsein für die Begrenztheit natürlicher Ressourcen, für den Klimawandel und in Folge zur dringenden Notwendigkeit des Einsparens der Energie geschaffen werden. An dieser Stelle, möchten wir euch gerne einladen, einen Blick in die Fachzeitschrift “movum” zu werfen. In mehreren Artikeln wurde sich mit dem Thema “Nachhaltigkeit heißt Effizienz und Befreiung” beschäftigt. –> hier nachzulesen

Auf den ersten Blick, könnte man einen starken Kontrast zwischen Suffizienz und Technik sehen. Jedoch, darf sich die Suffizienz niemals gegen technologische Fortschritte richten. Es gibt eine Vielzahl an technischer Innovationen die diesem Anspruch gerechnet werden. Nehmen wir einmal das Carsharing. Dabei geht es nicht um Einsparung oder gar Verzicht, es geht um eine vernünftige und bewusste Nutzung. Genau mit dieser Herausforderung hat sich das Wuppertaler Institut für Klima, Umwelt, Energie beschäftigt. –> “Öko-Effizienz und Öko-Suffizienz von professionalisiertem Car-Sharing” S71ff”

Suffizienz birgt viele Potenziale. Ein Energiesparhaus ist immer nur so effektiv und sparsam wie seine BewohnerInnen.

 

Coverphoto – Quelle: http://www.forumfutureenergy.de/wp-content/uploads/2014/10/effizienz_slide.jpg

Felix Assmann, Michael Kerschbaumer, Marina Siebenhofer

less is still less… or is it more?

Der ökologische Rucksack

“Die Politik hat den Eindruck vermittelt, dass sich die Klimaerwärmung aufhalten ließe, ohne dass wir unseren Lebensstil und unsere Produktionsweise ändern. Nach den verschwendeten Jahrzehnten voller Augenwischerei und Gewöhnung sind revolutionäre Veränderungen in der Wirtschaftspolitik, im Verkehr, in der Landwirtschaft notwendig.” (Schulte von Drach 2017)
Mehr Infos: Markus Schulte von Drach

Wenn man sich mit den Themen Ressourcen und Energieeffizienz beschäftigt, landet man zum einen automatisch bei Konsistenz und Suffizienz und zum anderen bei Klimawandel. Hierbei stellt sich dann immer stärker die Frage, was dies für das eigene Leben bedeutet. Wie sehr muss sich unsere Gesellschaft ändern? Ist es richtig, ein neues Handy zu kaufen, obwohl das alte noch funktioniert? Sollte ich fliegen oder doch die Bahn nehmen? Aber nutzt dies überhaupt noch was oder müssen wir hier in viel radikaleren Schritten denken? Oder nur auf etwas Luxus verzichten? Wird es möglich sein, durch technischen Fortschritt Lösungen zu finden, also “die nächste Stufe der Zivilisationsrakete zünden” (Schellnhuber 2017)?

In den nächsten Blogeinträgen werden die erwähnten Ansätze genauer erläutert, um einen tieferen Einblick in die aktuelle Forschung zu erlangen und in weiterer Folge zukunftsweisende Modelle aufstellen zu können.
Und etwas zur Berechnung des eigenen Lebensstils: Lebensstil -Rechner

Quellen:
Schellnhuber, Hans 2017: Schwachsinn ist, wenn Politiker wieder in Gummistiefeln auf dem Deich stehen. Im Magazin Stern, vom 20.11.2017; Interview von Dieter Hoß. https://www.stern.de/panorama/wissen/klimaforscher-schellnhuber–schwachsinn-ist–wenn-politiker-wieder-in-gummistiefeln-auf-dem-deich-stehen-7756216.html [abgerufen am 21.11.2017]

Schulte von Drach, Markus 2017: Die Zeit der kleinen Schritte ist vorbei. In der Süddeutschen Zeitung, vom 9.11.2017.
http://www.sueddeutsche.de/politik/klimaerhitzung-die-zeit-der-kleinen-schritte-ist-vorbei-1.3722037 [abgerufen am 15.11.2017]

Coverphoto-Quelle: http://www.barthauer.de/fileadmin/Redaktion/Bildmaterial/1_Unternehmen/Aktuelles_Newsletter_Videoblog/-Bilder_Newsletter_Landing-Pages/Grafik_Rucksack.jpg

Felix Assmann, Michael Kerschbaumer, Marina Siebenhofer

zukunfts.macher

,,Jede Zeit schafft sich Ihre Stadt […]” (Fassmann, 2004)

Die  digitale Vernetzung durchdringt alle Bereiche des menschlichen Lebens, und verändert Gesellschaft und die Anforderung an Arbeit. Neue Geschäftsfelder im Bereich der Internetwirtschaft entstehen. Digital Nomads okkupieren die Cafes mit Ihren MacBooks.

Anknüpfend an Blogeintrag #2 hat die zeitintensive Literaturrecherche der letzten Woche zu den drei verschiedenen Themenfeldern Digitaler Handel, Industrie 4.0 und Maker Movement uns eine breite Wissensbasis verschafft. Durch unseren Blick auf das große Ganze haben wir ein umfassendes Verständnis erlangt, auf welches wir in späteren persönlichen Interviews zurückgreifen können. Interessiert beschäftigten wir uns zunächst mit den Schnittstellen der Ausgangsthemen.

Das bereits vorgestellte Projekt der UDK Berlin “Highlight-Rethink Prototyping” zeigt die Möglichkeiten. Industrie 4.0 – mit dem nutzerbestimmten Fertigungsprozess, Cloud Working– ermöglicht dem Kunden durch ein 3D Programm individuelle Designwünsche zum Produktionsort in echtzeit zu übermitteln. FabLab – Es besteht die Möglichkeit bei der Fertigung im lokalen Fablab mitzuwirken oder alternativ das individuell-gefertigte Produkt einfach nach Hause geliefert zu bekommen.

Bei der Erstellung des Fragebogens konzentrieren wir uns im Endeffekt  auf die Auswirkung neuer Arbeitsformen insbesondere des Maker Movements im Bezug auf Fablabs und Shared Offices. Warum ist ein heruntergekommene Lagerhalle als Arbeitsort attraktiver als ein “moderner” Bürokomplex, genügt Steckdose und Wlan dem Arbeitsplatz der Zukunft ?

Wie müssen zukünftige Typologien aussehen um dieser Do-It-Yourself / Do-It-Together Kultur gerecht zu werden und muss diesem Anspruch in jeder Hinsicht Rechnung getragen werden?

[…] making things has gone digital: physical objects now begin as designs on screens, and those designs can be shared online as files. This has been happening over the past few decades in factories and industrial design shops, but now it‘s happening on consumer desktops and in basements, too.“

(Anderson, Chris: MAKERS The New Industrial Revolution, 2012)

Der neue Trend der individuellen Fertigung führt aber auch zur Renaissance des Handwerks, vor allem in Städten wo sich neue Formen des Urban Manufacturing weiter etablieren. Wo Industrie 4.0 neue Optionen für die Kreativwirtschaft bietet, was zu neuen Formen des gemeinsamen Arbeitens und Produzieren in den Städten führt.

Der Open Source Gedanke führt zu einer demokratisierung von Ressourcen. Das Netzwerk von Ideen frei zugänglich “von Makern für Maker (und alle Interessierten)” die zu Synergien führen und so komplexe Projekte umsetzbar machen.

Wir stehen am Anfang einer digitalisierten Epoche, deren spezifischen Produktionsmethoden sich noch im Entwicklungsstadium befinden, und sich voraussichtlich massiv auf die bestehende Arbeitswelt auswirken wird.

[…]aber jede Stadt muss sich auch mit dem baulichen Erbe vergangener Perioden auseinandersetzen. (Fassmann, 2004)

Shanine Alpen, Tina Blauensteiner, Abdolhossein Sardari Iravani

Das große Ganze erforschen

Bildquelle: http://urbancatalyst-studio.de/de/projekte/stek-berlin.html

Wir haben uns in dieser Woche intensiv mit den Themenblöcken Industrie 4.0, Fablabs, Cloud-Working und Digitaler Handel auseinandergesetzt. Neben der vertiefenden Literaturrecherche, kam es zur intensiven Diskussion, besonders im Bereich des Digitalen Handelns. Das veränderte Konsumverhalten wird Auswirkungen auf die Stadtzentren, Stadtteilzentren  und Ortskerne haben. Wie kann die Stadtentwicklung auf die zunahme des Digitalen Handelns, die sich ändernde Anforderungen an Gewerbeflächen und einer größeren Vielfalt an digitalisierten Produktionsformen reagieren?

> Wie werden die Städte mit diversen Nutzungsverhalten der Konsumenten umgehen?

> Durch was wird der Handel als Leitfunktion für die Innenstadt ersetzt?

Es gilt Planungsstrategien zu entwickeln, die rechtzeitig der Entwicklung des Donut-Effekts vorbeugen.

Im Zuge mehrfacher gruppeninterner Diskussionsrunden stellen sich folgende Fragen zu den drei Themenfeldern:

> Wie kann die Innenstadtlage weiterhin attraktiv für Kleinunternehmen bleiben?

> Inwieweit stoppen Planungsinstrumente das Leitbild der “Stadt der kurzen Wege”, wenn das produzierende Gewerbe  neben Wohnen und Arbeiten passieren soll?

> Fördern Konzepte wie Fablabs die individuellen Ideen einzelner oder lassen sie die vorherrschenden  Produktionsformen in Aspekten der Nachhaltigkeit hinterfragen und sich somit ein sozialer Nutzen aus der  technologischen Entwicklung ziehen?

> Welche Veränderungen ergeben sich für den Menschen als Arbeiter und Konsument in der Industrie 4.0?

> Wird der Mensch zum Handlanger der Maschine?

Bis jetzt haben wir uns bewusst noch nicht auf nur ein Themengebiet festgelegt. In unserem Verständnis sind gewisse Themenfelder nicht separat erfassbar. Trotzdem ist es nun wichtig den gemeinsamen Nenner zu finden und präzise Fragen zu formulieren, die einen Gegenentwurf zu bestehenden Zukunftsvisionen hervorbringen.

Werden die Citys wirklich so digitalisiert, „anonym“ smart sein, wie es in manchen Prospekten scheint ? Oder kommt es zu einer Bewegung, die bestehende Produktionsweisen und das Konsumverhalten der digitalen Welt kritisch hinterfragt. Dabei erreicht die Maker-Bewegung ein neues Level, so dass in gesellschaftlichen Netzwerken vorhandene Materialien nachhaltig wiederverwertet werden.

Shanine Alpen, Tina Blauensteiner, Markus Veegh 

(statt Markus Veegh wird Abdolhossein Sardari Iravani neues Gruppenmitglied werden)

Industrie 4.0 / Digitaler Handel / FabLabs

Industrie 4.0 – innovative Chancen durch die zunehmende Digitalisierung. Individuelle Produktion, Abläufe, Vorgänge, Bestellungen und Lieferungen – alles wird mit digitalen Hilfsmitteln abgewickelt.

Im Zuge erster Recherchearbeit konnten wir einen allgemeinen Einblick in unterschiedliche Arbeitsformen im Kontext neuer Technologien gewinnen. nach erster Zusammenarbeit sind vielschichtige Interessensgebiete in den Fokus getreten. So sind die gesellschaftlichen Veränderungen als Reaktion der industriellen Digitalisierung spannend zu beleuchten. Vor allem hat uns der digitale Handel und dessen mögliche räumliche Auswirkungen auf die Innenstädte, als vielfältiger Themenkomplex sehr angesprochen. Folglich der Wandel des Konsumverhaltens und die neuen Ansprüche an städtischen Raum.
Wie bereits in der Einführungsveranstaltung angeschnitten:

Die Stadt benötigt den Handel, aber benötigt der Handel die Stadt?

Hier werden somit neue Herausforderungen für die Stadtplanung entstehen, Fragestellungen die die Politik erwidern muss. Mit dem Umgang dieser, werden unvorhergesehene gesellschaftliche Veränderungen auftreten, welches wir im Kontext unserer Themen genauer untersuchen werden.

Shanine Alpen, Tina Blauensteiner, Markus Veegh

 

efficiency for what?

Skandinavien und Wasserkraft

Skandinavien gehört zu den Vorreitern was Ressourceneffizienz anbelangt. Besonders Dänemark und Norwegen bieten hier spannende Ansätze. Aufgrund der topographischen Lage wird dort in erster Linie auf Wasser- und Windkraft gesetzt. Laut unserer Recherchen wird in Norwegen rund 99% des Strombedarfs durch Wasserkraft gedeckt.

Um bei unseren potentiellen InterviewpartnerInnen einen möglichst großen Radius zu haben, möchten wir sowohl PartnerInnen aus Österreich, als auch auch Skandinavien und Deutschland befragen. Die Interviews sollen dabei nicht nur den Status quo abfragen, sondern herausfinden, welche Visionen und Perspektiven die InterviewpartnerInnen sehen. Wichtige Punkte sind dabei der schon im vorherigen Blogbeitrag erwähnte Rebound-Effekt, aber auch eine mögliche Kreislaufwirtschaft, die Produktions- und Lieferströme unseres Wirtschaftssystems kritisch hinterfragen. Dabei stellt sich auch die Frage, ob unsere bisherige Form des Handelns und Konsumierens unter Betrachtung des Verbrauchs von Ressourcen und der Belastung der Umwelt nicht einen radikalen Wandel benötigen.

Coverphoto – Quelle: https://corporate.vattenfall.de/globalassets/scaledimages/c3_alvkarleby_820x450_0_59950.jpg

Felix Assmann, Michael Kerschbaumer, Marina Siebenhofer

efficiency for what?

Gesellschaftlicher Wachstum und weniger Ressourcenverbrauch? 

Im Zuge unserer letzten gruppeninternen Diskussionsrunde verständigten wir uns bereits (unbewusst) auf das Thema der Smart Grids. Durch unser strukturiertes und fokussiertes Vorgehen, dass nach schnellen Lösungsansätzen sucht, drifteten wir schnell in eine bestimmte Ecke und hatten den Blick auf das große Ganze verloren.

Nach der Feedbackrunde mit den Lehrenden sind wir zu dem Schluss gekommen, einen Schritt zurück machen zu wollen um in weiterer Folge zwei Schritte nach vorne machen zu können.

In unserer nächsten Diskussionsrunde versuchten wir die grundsätzliche Verbindung zwischen Technologie und Ressourcen herzustellen und herauszufinden in wie fern sich die beiden beeinflussen. Technologie ist der treibende Faktor hinsichtlich Ressourcenverbrauch, Technologie macht uns effizienter, Technologie ermöglicht neue Ressourcen. Das Vorkommen von erneuerbaren Ressourcen ist sozusagen “unendlich”, das Vorkommen von technisch zugänglichen Vorkommen von Ressourcen jedoch sehr wohl “endlich”. Eine weitere Überlegung brachte uns zu dem Gedanken, dass durch technische Innovationen, Entwicklungen und Fortschritte die Zugänglichkeit zu den Vorkommen erleichtert wird.

An diesem Punkt sind wir bei einem Paradoxon unserer Gesellschaft angelangt. Bis dato haben unsere technologischen Errungenschaften, unseren Ressourcenverbrauch eher angekurbelt und diesen beschleunigt, als in zu minimieren und unser Verhalten nachhaltiger zu gestalten. Beispielsweise kann hier der Verbrennungsmotor genannt werden, der grundsätzliche eine tolle Erfindung ist und uns als Menschheit große Freiheit ermöglicht hat. Durch die Tatsache, dass aber mittlerweile fast jede Familie (zumindest in Europa und den USA) ein oder mehr Autos besitzt hat die Erfindung zu einem enormen Anstieg des Erdölverbrauches geführt. Dass sich der Verbrauch von Autos pro Kilometer grundsätzlich verringert hat, wird vielfach durch höheren Komfort und Sicherheit, was zu mehr Gewicht führen, aufgebraucht. Auch zeigt sich, dass sparsame Fahrzeuge häufiger genutzt werden und der Gesamtverbrauch somit höher wird (Rebound-Effekt).

An diesem Punkt wollen wir ansetzen: Was muss sich ändern, dass Technologie zu einem geringeren Verbrauch an Ressourcen führt?

Somit lautet unsere überarbeitete Forschungsfrage nun:

Wie kann uns Technologie helfen gesellschaftlichen Wachstum aufrechtzuerhalten bzw. ist es möglich und gleichzeitig weniger/keine nicht-erneuerbare Ressourcen zu verbrauchen?

Coverphoto – Quelle: https://media.diepresse.com/images/uploads_800/e/2/5/4881957/7A6265C4-2B62-46B1-A08B-529D0E272DBE_v0_l.jpg

Felix Assmann, Michael Kerschbaumer, Marina Siebenhofer

efficiency for what?

Ein Ende der Ressourcen?

Ausgehend vom Themenfeld Ressourcen und dem Umgang mit diesen in der Zukunft, insbesondere im Zusammenhang mit Digitalisierung, war ein Brainstorming der Ausgangspunkt unserer Recherchen. Dabei ist relativ schnell deutlich geworden, dass Ressourcen nicht nur die klassischen Rohstoffe sind, sondern auch die Menschen selber als Ressource verstanden werden, Arbeitskraft, Wissen und Fähigkeiten, aber auch Daten zu täglichen Bewegungs- und Verhaltensmustern, Konsumverhalten und soziale Kontakte. Ebenso haben wir über den Umgang mit Rohstoffen für unser tägliches Leben diskutiert, wie Energie, Wasser, aber auch Recycling und neu aufkommende Themen wie Urban Mining.

Aus diesen Themen hat sich der Bereich der Smart Grids als unser favorisiertes Thema für die weitere Bearbeitung herauskristallisiert. Die Relevanz der dezentralen Stromerzeugung durch Wasser, Wind und die Sonne wird künftig immer mehr in den Vordergrund rücken. Smart Grids ermöglichen, die perfekte Abstimmung zwischen der Erzeugung erneuerbarer Energien und einem flexiblen Verbrauch. Die effiziente Nutzung der Infrastruktur, die Netzstabilität und die Versorgungssicherheit können so gewährleistet werden. Die Smart City Wien, Modellregionen in Salzburg und in der Steiermark und die Pionierregion Oberösterreich sind nur eine Auswahl von Regionen bzw. Orten in Österreich, wo bereits auf Smart Grids gesetzt wird.

Folgend eine Darstellung aller involvierten AkteurInnen, wenn um das Thema intelligente Stromnetze geht.

Smart Grids

Was können diese Smart Grids jetzt eigentlich genau, bzw. wie funktionieren sie? Als kleiner Einstieg in das Thema könnt ihr euch ein acht Minuten langes Video von der “SMARTGRIDS Austria – Die österreichische Technologieplattform zum Thema Smart Grids” anschauen.

Wohin die Reise nun genau hingeht können wir zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht sagen. Unser Interesse für das Thema der “Smart Grids” ist auf jeden Fall einmal geweckt. Eine erste Überlegung wäre im Rahmen der filmischen Umsetzung ein Worst-Case Szenario ala “Plötzlich kein Strom mehr!” darzustellen.

 

Coverphoto – Quelle: http://syn.org.au/app/uploads/eat-earth.jpg

Felix Assmann, Michael Kerschbaumer, Marina Siebenhofer