Tag 2: Maybe it’s not just war

On our first proper day in Sarajevo we pretty much changed our perception of what we actually should do in this city. During the day we interviewed three very interesting people, who are all very important to the cultural well-being of the city.

The first interview was held on the Faculty of Architecture of University of Sarajevo. We approach a 60s modernistic building that has many fine architectural details, although the building is not well maintained. While taking a picture of it’s impressive entrance, a student passing by tells us not to bother by taking any pictures, as there is nothing nice there, but to my mind it sometimes takes an extra effort to see the beauty behind. We interview the dean, Mevludin Zečević, who talks about Sarajevo and it’s current issues with urban planning like corruption. He mentions as well his personal experience from war time.

Our second interview takes place in a flat of an apartment block in the Austro-Hungarian part of the city. We are in the office of a local organisation called Crvena (bosnian for red). Crvena is a socially progressive and critical NGO focusing on topics like feminism, urbanism and art. It’s directress, Danijela Dugandžić, discusses with us very openly our project. She states that there many people coming to Sarajevo to do a research about the war and she thinks that the people of Sarajevo are fed up with the war topic, which is nourished by the constant flow of war tourism. In her mind the inhabitants need a positive message and not something that would remind them of the violence and the siege. This is a big turning point for us because most of the literature that we researched so far focused on the siege itself and saw the inhabitants of Sarajevo as victims, whereas it looks like that they don’t really feel like that.

The last interview is very informal and takes places in a bar called Blind Tiger, which the members of the festival Days Of Architecture consider as the chamber of architects – an institution which is not existing in the state of Bosnia and Herzegovina. We meet Nedim Mutevelic and Ervin Prasljivic, both co-founders of Days Of Architecture, along with their colleagues. We talked a lot about the festival and activities they planned and organised to strengthen the public space of Sarajevo. They shared the opinion that people here are simply fed up with the topic of war and want to live in an ordinary city. After several (happy) hours in the bar we came to the conclusion that we should focus on positive urban activities which happened after the siege.

Der letzte Tag in Kaluđerica

Der letzte Tag unserer Forschungsreise nach Belgrad ist vergangen und verbrachten ihn natürlich wieder in Kaludjerica. Wir versuchten in Kontakt mit den BewohnerInnen der Siedlung zu kommen, um die Forschungsergebnisse, die wir in den letzten Tagen gesammelt haben zu überprüfen und außerdem noch weitere Details herauszufinden. Wir sprachen deswegen mit Schülern in einer Bäckerei über ihre Treffpunkte und mit einer Kellnerin in einem Café über die BewohnerInnen der Siedlung. Die Schüler erzählten uns, dass sich Kinder und Jugendliche vor allem vor den beiden größeren Grundschulen in Kaludjerica treffen oder in den Gärten ihrer Eltern. Die Kellnerin empfahl uns ein weiteres Mal in ihr Café zu kommen, und zwar früh am Morgen, um mit älteren BewohnerInnen zu reden. Diese Aufgabe müssen wir leider Danijel übertragen, der im Juli wieder nach Belgrad kommen wird. Wir hatten unmittelbar danach aber ohnehin ein Gespräch mit einem älteren Bewohner der Siedlung, nämlich mit Mladen, einem serbokroatischen Einwanderer, den wir am Samstag in der Kirche kennengelernt hatten. Er wohnt schon seit fast 40 Jahren in Kaludjerica und erzählte uns bereitwillig von der Geschichte der Siedlung und den früheren Treffpunkten, beispielsweise von der ehemaligen Kegelbahn am heutigen Schulgelände.

Danach dokumentierten wir eine der größten Bauruinen in der Siedlung, von der wir annehmen, dass sie von Jugendlichen als Treffpunkt genutzt wird und außerdem die Busstationen der Linie 309, die die Verbindung nach Belgrad darstellen und um die sich deshalb auch kleinere Zentren mit Geschäften und Verkaufsständen entwickelt haben.

Obwohl wir heute den letzten Abend in Belgrad verbringen und wir eine intensive Forschungswoche hinter uns haben, ist die Arbeit damit natürlich noch nicht abgeschlossen. Die Interviews die Danijel auf Serbisch geführt hat müssen übersetzt und unsere Forschungsergebnisse dokumentiert und verarbeitet werden. Außerdem werden wir weiter Informationen zusammentragen. Danijel wird im Juli ein weiteres Mal nach Kaludjerica kommen, um dem Tipp der Kellnerin, mit den älteren BewohnerInnen im Café zu sprechen, nachzukommen. Außerdem werden wir von Wien aus noch ein letztes Interview mit Tiana, einer Architekturstudentin, die in Kaludjerica aufgewachsen ist, führen. Sie hatte leider unser heutiges Interview kurzfristig absagen müssen.

Es ist ein komisches Gefühl morgen nach Wien zurückzukehren. Die Woche in Belgrad war echt spannend, vielfältig und es gab viele Gelegenheiten Rakia zu trinken (vor allem mit den Interviewpartnern…), wir haben viel erlebt und einige neue Erfahrungen gemacht. Während unseres Aufenthaltes gab es Ups and Downs, sowohl was unseren Anspruch an den Erwartungen der Reise, als auch die Dynamiken in der Gruppe betrifft, was aber bei so einer intensiven Reise normal ist.

Unser letzter Tipp ist keine Literatur, sondern die Empfehlung euch die Stadt Belgrad (und vielleicht auch die Siedlung Kaludjerica) selbst anzusehen. Die Stadt ist von Tourismus noch sehr unberührt, wirkt sehr lebendig und nicht angepasst. Wie ihr seht lohnt es sich ihr einen Besuch abzustatten…

Kaluđerica between the Lines

Den heutigen Tag verbrachten wir ausnahmsweise nicht in Kaludjerica sondern im Zentrum von Belgrad. Am Vormittag hatten wir ein ausgedehntes Interview mit Vladimir Parezanin, Dozent an der Fakultät für Architektur der Belgrader Universität. Parezanin wurde uns von Djordje vermittelt, er hat in den letzten Jahren die Kirche und den umgebenden Platz für die Kirchengemeinde umgestaltet. Das Gespräch war außerordentlich hilfreich, da wir uns der Thematik des öffentlichen Raumes in Kaludjerica in einem weiter gefassten, philosophischen Kontext angenähert haben. Wir sprachen über die Ansprüche der Architektur, öffentlichen Raum zu gestalten, ohne das funktionierende Gemeinschaftsleben negativ zu beeinflussen, im Kontext von Kaludjerica betrachtet, wo man Architektur ohne Architekten, beziehungsweise Stadtplanung ohne Stadtplaner  vorfindet und die spezielle Dynamik, die sich daraus ergibt, ergibt. Das öffentliche Zusammenleben in Kaludjerica, abgesehen von klassischen öffentlichen Räumen und Plätzen funktioniert durch ein dichtes Netzwerk unter den BewohnerInnen sehr niederschwellig. Diese brauchten beispielsweise lange Zeit keine Arztpraxen, da man beim nachbarschaftlichen Leben ohnehin den Arzt trifft und diesen zu sich nach Hause bitten, oder gleich direkt auf der Straße um Hilfe bitten kann. Das Fehlen des öffentlichen Verkehrs wird dadurch kompensiert, dass man seine NachbarInnen mit dem Auto mit ins Stadtzentrum nimmt. Die Schwachstellen in der Infrastruktur der Siedlung werden so zum Potential des gemeinschaftlichen Zusammenlebens. Ein Zitat Parezanis ist dabei besonders erwähnenswert: “Öffentlicher Raum ist nicht öffentlicher Raum weil er so genannt wird, sondern weil die sozialen Kontakte dort ablaufen”. Um Kaludjerica zu verstehen muss man zwischen den Zeilen lesen, sie funktioniert ohne Treffpunkte mit offensichtliche Aufenthaltsqualität, man trifft sich eben vor der Bäckerei, in einer ruhigen Seitenstraße, oder im Vorgarten. Insgesamt dauerte das Gespräch mehr als 2 Stunden, wir hatten aber alle nicht das Gefühl, dieses unterbrechen zu müssen, da es für uns sehr stark zu einem tieferen Verständnis der Siedlung beitrug.

Abends führten wir noch ein Interview mit den beiden Friseurinnen Danijela und Sladjana, die beide in Kaludjerica leben und uns sehr viel vom Leben in der Siedlung erzählen konnten. Wir fragten sie nach Treffpunkten, dem öffentlichen Leben und der Entwicklung von Kaludjerica während der letzten Jahre und sie zeigten uns auf der Karte jene Orte, die sie als öffentliche Treffpunkte identifizieren. Für uns erstaunlich war der Kontrast zwischen den beiden Interviews, die in der Ausführung beinahe gänzlich unterschiedlich waren. Die Ergebnisse führten aber schlussendlich zu einem schlüssigen Gesamtbild. Das Interview führte Danijel wieder auf Serbisch.

Der heutige Literaturtipp ist passend zu unseren heutigen Interviews “Researching the cityvon Kevin Ward. In diesem Buch werden unterschiedlichste Methoden zur Stadterforschung beschrieben, unter anderem auch Interviewführung.

Zusammengefasst ein langer und erkenntnisreicher Tag für uns alle.

Grüße aus Belgrad!

 

die Gesellschaft muss sich verändern

Von links nach rechts (gereiht nach der Abfolge der geführten Interviews): Dr. Ilse  Stockinger, Dr. Andreas Dillinger, DI Stefan Geier 

 

Um unsere (sehr) übergeordnete Fragestellung „Wie können technologische Entwicklungen dazu beitragen weniger Ressourcen zu verbrauchen und welche Rahmenbedingungen sind abseits der technologischen Entwicklungen dazu notwendig?“ besser fassen und beantworten zu können, haben wir spannende Meinungen unterschiedlicher AkteurInnen in Wien eingefangen. Als ProtagonistInnen haben wir uns jeweils eine VertreterIn der Stadt, der Politik und der Wirtschaft ausgesucht. Wir hatten dabei Gelegenheit ExpertInnen der Wiener Stadtwerke (Frau Dr. Ilse Stockinger), der Wirtschaftskammer Österreich (Dr. Andreas Dillinger), und der MA20 – Energieplanung (DI Stefan Geier) und deren Meinungen und notwendige Maßnahmen für die Entwicklung Wiens kennenzulernen.

Wir haben erfahren, dass ein solch komplexes und unüberschaubares Thema, wie es die Digitalisierung ist, Angst erzeugt. Die Digitalisierung muss so genutzt werden, dass wir die Komplexität verstehen lernen. Die Herausforderung besteht darin, dass wir die Werkzeuge, die uns zur Verfügung stehen, richtig in die Anwendung bringen. Die digitalen Möglichkeiten sind dabei als ein Werkzeug zu sehen. Maßnahmen der Gesellschaft, wie das Licht nicht unnötig lange eingeschaltet zu lassen, sind nett, aber nicht ausreichend. Langfristig müssten die Strompreise erhöht werden, damit wirklich etwas passiert.

Zusammenfassend lässt sich der Klimawandel nicht wegretuschieren. Er ist da und wir stehen vor großen Herausforderungen. Es gibt keine Normen und Standards, jedoch befinden wir uns in Wien, mit der Smart City und übergeordnet mit den Klimazielen des Pariser Abkommens, auf einem guten Weg. Die Komplexität der Ressourcen, im Hinblick auf die Zukunft der europäischen Stadt ist sehr groß. Systematische Zusammenhänge sind schwer zu verstehen, Wechselwirkungen nicht einfach abzuschätzen. Die digitalen Werkzeuge um gesteckte Ziele zu erreichen, sind vorhanden, jedoch ist die Implementierung nicht ganz einfach.

Letztendlich liegt der Schlüssel in der Gesellschaft. Jede/Jeder muss sich verändern. Veränderung beginnt bei uns selbst.

 

Coverphoto – eigene Aufnahme und Bearbeitung

Felix Assmann, Michael Kerschbaumer, Marina Siebenhofer

wir werden mit ExpertInnen sprechen

Um das große Thema der Digitalisierung und im wesentlichen auch die Ressourcen selbst, einfacher fassen zu können, werden wir Interviews mit ExpertInnen aus der Stadt – der Wiener Stadtwerke, der Wirtschaft – der Wirtschaftskammer Österreich und der Politik – der MA20 Energieplanung führen.

Speziell werden wir die Wiener Stadtwerke zu Programmen wie der Smart City und dem Nachhaltigkeitsbericht befragen, sowie die umfassende Frage Stellen, wo sie denn die Chancen der stetigen Entwicklung unserer Gesellschaft sehen. Wir möchten erfahren, inwiefern technologische Entwicklungen dazu beitragen können, weniger Ressourcen zu verbrauchen. Außerdem auch wie sie das Potential von digitalen Technologien sehen und damit, urbane Systeme ressourcenschonender zu betreiben. Welche Möglichkeiten werden in städtischen Energiesystemen, hinsichtlich der Effizienzsteigerung gesehen? Im Speziellen auch, wie denn nun die Stadtwerke eine Effizienzsteigerung erreichen. Auch der Standpunkt zum Umgang mit dem Stadtwachstum in Wien und die Vereinigung mit Ressourcenschonung sind Bereiche, die wir gerne mit den Stadtwerken diskutieren möchten. Auch möchten wir die Vertreterin von den Wiener Stadtwerken mit dem Begriff des Rebound Effekts konfrontieren.

Der Wirtschaftskammer Österreich möchten wir ebenfalls, wie den Wiener Stadtwerken, die Frage stellen, wo sie denn die Chancen und Potentiale in der fortschreitenden Digitalisierung sieht. Auch interessiert uns ihr Standpunkt dazu, wie technologische Entwicklungen, dazu beitragen können, weniger Ressourcen zu verbrauchen. Spannend finden wir auch, dass die WKO im vergangenen Jahr die Zero Emissions Tagung veranstaltet hat, sich aber gleichzeitig für das Lobautunnel Projekt, oder die dritte Piste am Flughafen Wien ausspricht. Ob das nicht ein Widerspruch in sich ist? Auch von der WKO möchten wir wissen, welche Rolle die Gesellschaft hinsichtlich einer ressourcenschonenden Stadt spielt.

Die MA 20, genauer das Referat für erneuerbare Energie und Energieraumplanung, möchten wir auf das Urban Learning Projekt ansprechen. Wir möchten erfahren, welche Chancen sie in der stetigen Digitalisierung unserer Gesellschaft sieht. Welche technischen Entwicklungen werden von Seiten der Stadt Wien erprobt bzw. eingeführt, um in Zukunft den Ressourcenverbrauch zu senken? Und welche Potentiale sieht die Stadt Wien, in digitalen Technologien, wie zum Beispiel den Smart Grids? Weiter Antworten, möchten wir darüber erhalten, welche Auswirkungen das starke Wachstum auf die Stadt Wien hat und in Folge auch, ob sich dieses Wachstum mit Ressourcenschonung vereinbaren lässt. Hier interessiert uns auch die Positionierung zu Rebound Effekten. Wesentlich ist zum Abschluss natürlich auch die Frage bezüglich der Gesellschaft. 

Wir erwarten uns spannende und informative Interviews und werden berichten, wie es war 🙂 .

 

Coverphoto – Quelle: https://d3irk3g7luh32r.cloudfront.net/wp-content/uploads/sites/7/2016/11/interview-stick-figures.png

Felix Assmann, Michael Kerschbaumer, Marina Siebenhofer

Day four: First Interviews

Day04

On day four we wake up early to prepare for our first interview with a sociology professor at Yıldız University. The campus is huge and it reminds us of American university campuses. The security staff at the entrance arranges that a driver bring us to the professor´s office when they notice that we are foreigners. We learn about the historical meaning of Taksim Square and the changes during the past years, about hopes and fears.

“No matter how much you erase the historical footprint, you can not erase the society’s memory.”

For the second interview at Istanbul Technical University we are a lot more relaxed and talk about urban planning, policy of land use, the gentrification and privatization process in Istanbul – especially in Beyoğlu -, as well as the laws regarding public space and its use. This interview opens up new perspectives and gives insight into aspects, which we have not discussed so far, in a wider historical and political context.

“Public space means state space.”

After two intense interviews and a lot of new input we are exhausted, also because the city heats up strongly during the day and the humidity is extremely high. We spend the evening with pizza and beer in the garden of our apartment.