(Nicht)Sehenswürdigkeiten & wo sie zu finden sind

Wir, Denis, Marion und Viktoria, hissen unsere Segel und begeben uns auf eine zehn-tägige Expedition nach Sulina. Mit unserem eigenen Feldzugang machen wir uns auf den Weg die schrumpfende Stadt im Donaudelta zu untersuchen. Dabei wenden wir den Blick ab von Orten, die ohnehin schon die Aufmerksamkeit auf sich ziehen - weg von all dem, was als sehenswert angepriesen wird. Hin zu den (Nicht)Sehenswürdigkeiten, vergessenen Orten, an denen nur noch […]


SALUT ROMANIA, SALUT BUCURESTI!

Zeppelin bei der Romanian Design Week Lange hat es gedauert bis wir unsere Expedition endlich beginnen konnten, doch jetzt ist es so weit und wir können es kaum mehr erwarten dich persönlich kennenzulernen. Es fühlt sich an als würden wir uns schon lange kennen, beinahe so als wären wir alte Bekannte. Sulina, wir wissen schon so viel über dich, doch alles was wir wissen, stammt aus Büchern und Karten die […]


TOUR DE SULINA I

Der Weg zu dir fühlte sich an, wie eine Reise ins Nirgendwo. Unvorstellbar, dass du so versteckt am Rande eines Naturschutzgebiets liegst. Am ersten Blick wirktest du wie ein Fremdkörper in der Landschaft, aber nach und nach verstehen wir, weshalb du noch da bist. Wir kommen in einem deiner höchsten Plattenbauten unter. Die Fassade bröckelt, die Gänge sind fensterlos und die Balkone besetzt von Klimaanlagen. Doch wir fühlen uns wohl […]


TOUR DE SULINA II

An unserem zweiten Tag lernten wir dein anderes Gesicht kennen. Wir überquerten den Fluss, um das zu erforschen, was eigentlich direkt vor unserer Nase war. Erneut wurden wir von deiner Vielschichtigkeit überrascht. Wir haben verwilderte, private, idyllische und zerstörte Orte entdeckt. Diese Orte in der Peripherie der Peripherie sind ein wichtiger Teil deiner Geschichte und lassen uns in deine Vergangenheiten eintauchen. Für uns sind deine geschichtsträchtigen Orte, die sich nach und nach […]


VON DER PERIPHERIE IN DER PERIPHERIE

Sulina, du bist die Peripherie in der Peripherie. Wie eine Insel liegst du im Donaudelta umringt von Naturlandschaft und Meer. Doch um verstehen zu können, wie du gebaut und gewachsen bist, erforschen wir deine Ränder und deine Mitte. Deine öffentlichen Plätze sind fast an einer Hand abzuzählen: ein kleiner Stadtpark, die Promenade und kleine Plätze, an den Kreuzungen zur Strada I. Du machst dir nicht so viele Gedanken was einmal […]


ES IST, WIE ES IST

In Rumänien gibt es die Redewendung „Asta e“ - „Es ist, wie es ist“. Uns scheint, dass das dein Lebensmotto ist. Oft erscheinst du uns zu träge, um selbst Etwas aufzubauen und im selben Moment bist du zu stolz, um helfende Hände anzunehmen. Du bist eingefahren, hältst an Altem fest, ohne Neuem eine Chance zu geben. Bei dir fühlen wir uns in die Vergangenheit zurückversetzt, weil du nicht mit der Zeit mitgehst.  […]


(NICHT)SEHENSWÜRDIGKEIT I: FISCHKONSERVENFABRIK

EIN STREIFZUG  Schon aus der Ferne sehen wir die alte Fischkonservenfabrik. Wie ein Fels ragt sie zwischen den niedrigen Häusern hervor. Einst war das Areal von einem hohen Zaun umgeben, heute ist dieser löchrig und zum Teil schon ganz abgetragen. Obwohl, wir ohne jegliche Mühe das Areal betreten können, fühlt es sich an, als ob wir etwas Verbotenes tun. Heute sind wir die Einzigen am Gelände und verschaffen uns schleichend […]


(NICHT)SEHENSWÜRDIGKEIT II: HOTEL CAMBERI

SONNTAGSSTIMMUNG Es ist Sonntag. Menschen schlendern entlang der Promenade. Sie sind herausgeputzt, lachen, tratschen und genießen das schöne Wetter. Boote kommen an und ziehen ab. Es herrscht Trubel in der Stada I. Inmitten dieser Szene steht ein altes Hotel, mit den drei Stockwerken kaum höher als die umliegenden Gebäude. Trotzdem tanzt es aus der Reihe. Nichts steht der Sicht auf das Gebäude im Weg, denn der Platz daneben ist frei.  […]


(NICHT)SEHENSWÜRDIGKEIT III: CINEMA SULINA

GRIECHISCHER TEMPEL MEETS BUNKER Rechts neben dem Hotel Camberi steht ein unscheinbares, zweigeschossiges Gebäude. Die Front, die zum Wasser zeigt, ist zurückversetzt, dadurch entsteht ein kleiner Vorplatz. Eine Sicht auf das Bauwerk ergibt sich trotzdem nicht, denn die Vorderseite versteckt sich hinter zwei kleinen Souvenirständen. Das Objekt besteht im Wesentlichen aus zwei Teilen, einem Hauptteil und einen vorgelagerten Eingangsbereich, der etwa drei Meter niedriger ist. Um zum Eingang des Gebäude […]


(NICHT)SEHENSWÜRDIGKEIT IV: SCHIFFSWERFT

SANTIERUL NAVAL Wir folgen dem hohen Zaun um das abgesperrte Gelände. Zuerst verdeckt uns ein wuchtiger Plattenbau die Sicht, doch je weiter wir gehen, desto freier wird unser Blick. Wir sehen eingestürzte Dächer, verfallene Backsteinbauten und Flutlichtmasten zwischen groß-gewachsenen Bäumen. Direkt am Ufer liegen viele Schiffe, zwischen ihnen steht ein Mann in Uniform. Wir winken ihm zu und fragen, ob wir das Gelände betreten dürfen. Ohne zu zögern öffnet er […]


(NICHT)SEHENSWÜRDIGKEIT V: HOTEL SULINA

DAS HAUS AUF DER HALBINSEL Zwischen Zentrum und Meer, direkt am Salina-Kanal führt ein unscheinbarer, betonierter Weg auf ein Areal, das von der Freizone und dem kleinen Hafenbecken abgegrenzt wird. Wie eine Halbinsel liegt es, umringt von hohen Sträuchern und groß-gewachsenen Bäumen, versteckt am östlichen Siedlungsrand. An dem kleinen Hafenbecken sehen wir wie Menschen schwimmen und angeln, sie wirken dabei glücklich und entspannt. Der Ort strahlt Ruhe und Zufriedenheit aus. Außer uns betritt an […]


(NICHT)SEHENSWÜRDIGKEIT VI: KIRCHE SFANTUL NICOLAE

DIE SCHIEFEN TÜRME VON SULINA An der Strada II ragen verdeckt vom Blätterwerk hoher Bäume, zwei leicht schiefe Türme in den Himmel. Auf beiden sitzt ein kleines Kreuz. Ein weißer Zaun umgibt das Grundstück, auf dem das alte Bauwerk unscheinbar steht. Am linken Ende verschafft uns ein kleines Tor, es lässt sich kaum vom Zaun unterscheiden, Zutritt zum Gelände. Das Bauwerk ist von einem wackligen Holzgerüst umgeben, so als würde es restauriert […]


AI GRIJA, SULINA!

Der Verfall geht um. Er färbt Wände, bricht Fenster und stürzt Dächer. Kein Halt wird vor Fabriken, Kirchen, Hotels, Kinos oder Wohnhäusern gemacht. Überall treibt der Verfall sein Unwesen, egal ob Peripherie oder Zentrum. Manchmal weint man den Verlusten hinterher, weil damit ein schöner Teil der Vergangenheit verblasst. In anderen Fällen zeigt man sich gleichgültig oder sogar erleichtert, irgendwann nicht mehr mit den Erinnerungen an schlechte Zeiten konfrontiert zu werden. Nur selten […]