Orte der Lipowaner in Sulina

Das Thema der Field Trips 2019 ist „Städte an der Grenze“. Die Stadt Sulina ist der Inbegriff einer Stadt an der Grenze, da sie nicht nur im äußersten Osten der Europäischen Union, sondern auch am Ende der Donau liegt. Historisch gesehen spielte die Stadt durch den Sitz der Europäischen Donaukommission bis zum Zweiten Weltkrieg eine wichtige Rolle für die Schifffahrt auf der Donau. Die Bevölkerung war ethnisch sehr vielfältig, wovon […]


Tag 1: Ankunft in Sulina

Nachdem ich am Vorabend von Wien nach Bukarest flog, benötigte ich trotzdem noch fast den gesamten Tag 1 um nach Sulina zu reisen. Zuerst ging es von Bukarest mit dem Zug nach Tulcea und dann weiter mit dem Boot nach Sulina. Nachdem man Tulcea verlassen hat, tauchen links und rechts der Donauufer eher kleinere Siedlungen auf, welche praktisch fast nur über den Wasserweg erreichbar sind. Nach dem Anlegen am späten […]


Tag 2: Erste Erkundungen und Gespräche

Am Vormittag erkundete ich die Stadt auf eigene Faust und legte den Fokus auf den öffentlichen Raum. Sulina besteht vereinfacht aus sechs parallel zur Donau verlaufenden Straßen, welche entsprechend als Straßen 1 bis 6 bezeichnet werden. Die donaunahen Straßen sind eher befestigt und die umgebende Gebäude mehrgeschossig. Einige Bänke an der Donauuferpromenade und an einigen Wohnblocks sorgen für Aufenthaltsqualität in diesem Bereich der Stadt. Die Straßen 3 bis 6 hingegen […]


Tag 3: Am Stadtrand von einer „Stadt am Rand“

An diesem Tag lag der Fokus der Betrachtung auf den Stadträndern von Sulina. Besonders am westlichen Stadtrand reiht sich an der Donaupromende ein typisch lipowanisches Haus an das andere. Die Menschen, die hier leben, üben vor allem Fischfang aus und ihre Wohnhäuser liegen beinahe direkt an der Donau. Die Straße, welche bis hierhin führt, wurde vor ein paar Jahren sogar befestigt und kann problemlos mit dem Fahrrad befahren werden. Die […]


Tag 4: Gesangsprobe im Haus der russisch lipowanischen Gemeinschaft

Nachdem ich am Vortag den westlichen Stadtrand näher betrachtet hatte, wiederholte ich das heute wieder mit dem östlichen bzw. südlichen Stadtrand. Dort konnte ich rund um ein kleines Hafenbecken bzw. entlang der Straße 6 ebenfalls einige typisch Wohnhäuser identifizieren. Damit steht fest, dass die Lipowaner in Sulina eher am Stadtrand leben, vermutlich weil sie dort eher ihrer traditionellen und naturverbundenen Lebensweise gerecht werden können. [playlist ids="3406"] Am Nachmittag nahm ich […]


Tag 5: Von den Toten zu den Lebenden

„Zwischen verlassenen Baustellen, Schutt von Straßenarbeiten, zwischen Erikagestrüpp und Teergeruch reihen sich auf dem stoppeligen Heideland zahlreiche Friedhöfe aneinander - der Orthodoxen, der Türken, der Juden, der Altgläubigen in unmittelbarer Nachbarschaft“ So beschrieb Claudio Magris 1988 in seinem Werk „Donau. Biographie eines Flusses“ den Friedhof von Sulina, welchen ich heute Vormittag besuchte und menschenleer vorfand. (siehe Titelbild) Ich habe den Eindruck, auch durch die Interviews der letzten Tage, dass die […]


Tag 6: Sulina hat nicht mehr den Charme den es einmal hatte

In diesem Blogeintrag werde ich mich mehr auf die Stadt und den öffentlichen Raum konzentrieren. Der heutige Tag war für mich wieder produktiv, da ich die Gelegenheit hatte mit verschiedenen interessanten Menschen über ihre Sicht auf die Stadt sprechen zu können. Im Folgenden möchte ich thematisch sortiert über die verschiedenen Felder berichten über welche ich heute und in den letzten Tagen Erkenntnisse gewinnen konnte. Das rasterförmige Straßennetz Das rasterförmige Straßennetz […]


Tag 7: Hat der Tourismus in Sulina eine Chance?

Die Stadt benötigt dringend Geldmittel, um seine Lage zu verbessern, Jobs zu schaffen und die Abwanderung von jungen Menschen im erwerbsfähigen Alter zu verhindern. Heute sprach ich mit zwei Menschen über deren Sicht auf dieses Thema. Eine Barfrau, welche an der Straße 1 arbeitet, meint, dass Sulina dringend Investitionen bräuchte, um Infrastrukturen bzw. sein Stadtbild zu erhalten. Ihrer Meinung nach ist die Korruption in Rumänien leider zu hoch und aus […]


Tag 8: Perspektivenwechsel

An diesem Tag machte ich einen Perspektivenwechsel: Ich fuhr mit einem kleinen Motorboot über die Donau und erreichte zum ersten Mal den nördlichen Stadtteil. Von Norden her blickt man anders auf die Stadt und die starke West-Ost-Ausrichtung wird aus dieser Perspektive besonders deutlich. Hier sprach ich mit einem Fischer, welcher meint, dass die Lage Sulinas an der Donau, den vielen Kanälen des Donaudeltas und am Schwarzen Meer viele Vorteile für […]


Tag 9: Auf den Spuren der Identität

Meine Forschungsreise in Sulina neigt sich langsam dem Ende zu und ich möchte in den letzten zwei Blogeinträgen Resümee ziehen und meine Forschungsfragen beantworten. Der  öffentliche Raum soll anhand von personaler und kollektiver Identität aus Sicht der Lipowaner analysiert werden. In diesem Blogeintrag soll es um die personale Identität gehen. Heute besuchte ich einige Dörfer im Delta von Sulina. Anhand von Periprava sieht man, dass die fehlende Identifikation mit dem […]


Tag 10: Ein schöner Abschluss der Forschungsreise

Am letzten Tag hatte ich echtes Glück, denn an diesem Tag fand in Sulina das Folklore-Festival „Festival Scrumbiei“ statt. Es traten unterschiedliche Ensembles ethnischer Minderheiten aus der Region auf einem kleinen Platz vor dem Palast der ehemaligen Europäischen Donaukommission auf. Da solche Festivals eher verhältnismäßig selten stattfinden, freute ich es mich besonders dieses mitzuerleben. Durch die vielen Besucher wirkte die Stadt sehr belebt und auf der Straße 1 strömten die […]