Von FabLabs zu FabCities

Fabcity global initiative

Das fabcity movement

Die Uhr ist gestellt, 36 Jahre 227 Tage bis FabCities alles produzieren was sie konsumieren.

Poblenou´s (Katalanisch für Neues Dorf) Maker District ist ein Pilotprojekt für digitale und soziale Innovation in Barcelona, indem kreativschaffenden ein Raum geboten wird. In einem Radius von 3km  hat sich eine bunte Community von Werkstätten, Fablabs, Maker Spaces, Forschungsinstitutionen und Startups angesiedelt. Wie der Internetseite der Stadtverwaltung Barcelonas zu entnehmen ist, sollen die dort gelebten Werte gesamtstädtisch übernommen werden:

,,a city that is open in terms of collaboration, democracy, production, innovation and creation”

Poblenou’s Maker District basiert auf der internationalen “fabcity” Vision, die Entwicklung eines neuen Städte Modells, bei der die lokale Produktion im Fokus steht. Mit Blick in die Zukunft ist anzunehmen, dass man so den gesetzten Klimazielen näher kommt, denn der ökologische Fußabdruck wird reduziert und ein neues integratives Nachbarschaftsgefüge entsteht. Nahrungsmittel, Energie und Güter werden in der Stadt regional hergestellt, verarbeitet und genutzt; die Information zur Produktion sind hingegen global abrufbar. Die Grundlage für diese urbane Innovation sind existierenden FabLab Netzwerke die bereits von über 1000 FabLabs in 70 Ländern genutzt werden.

Die Strategie der FabCity ist einzigartig da sie eine Bandbreite von ökologischen, sozialen und ökonomischen Zielen (Carbonreduktion, Müllminimierung, Verlagerung von Produktion und Arbeit) in einem systemischen Ansatz vereint und neue technologische und produzierende Herangehensweisen nutzbar macht.

Die Ziele sind gesetzt, ob sich jedoch das bisherige Wirtschaftssystem verändert und an die lokale Agenda der FabCitys anpasst, wird sich in den nächsten Jahren herausstellen. So eine Transformation muss von Seiten der Politik an die Bevölkerung getragen werden. Möglichkeiten sollten aufgezeigt werden und der Umstieg zur lokalen Versorgung subventioniert werden.

Bei unser Befragung werden wir uns an das Fablab-Team Barcelona, Wien und Berlin wenden. Nicht nur deren Aussichten über Arbeitsformen und -verhältnisse der Zukunft werden spannend zu vergleichen. Einen anderen Blickwinkel erwarten wir uns von Akteuren aus Politik, der Forschung und Journalisten die einen Bezug zur Arbeit 4.0 haben, der bei späteren Spekulationen spannende Kontraste bietet. Mit wenigen Fragen versuchen wir ein weites Spektrum an Antworten zu erhalten.

Vielleicht stellt sich heraus, dass diese Fab City Vision auch nur eine Utopie von Makern ist, die in Ihrer eigenen Blase stecken.

Shanine Alpen, Tina Blauensteiner

zukunfts.macher

,,Jede Zeit schafft sich Ihre Stadt […]” (Fassmann, 2004)

Die  digitale Vernetzung durchdringt alle Bereiche des menschlichen Lebens, und verändert Gesellschaft und die Anforderung an Arbeit. Neue Geschäftsfelder im Bereich der Internetwirtschaft entstehen. Digital Nomads okkupieren die Cafes mit Ihren MacBooks.

Anknüpfend an Blogeintrag #2 hat die zeitintensive Literaturrecherche der letzten Woche zu den drei verschiedenen Themenfeldern Digitaler Handel, Industrie 4.0 und Maker Movement uns eine breite Wissensbasis verschafft. Durch unseren Blick auf das große Ganze haben wir ein umfassendes Verständnis erlangt, auf welches wir in späteren persönlichen Interviews zurückgreifen können. Interessiert beschäftigten wir uns zunächst mit den Schnittstellen der Ausgangsthemen.

Das bereits vorgestellte Projekt der UDK Berlin “Highlight-Rethink Prototyping” zeigt die Möglichkeiten. Industrie 4.0 – mit dem nutzerbestimmten Fertigungsprozess, Cloud Working– ermöglicht dem Kunden durch ein 3D Programm individuelle Designwünsche zum Produktionsort in echtzeit zu übermitteln. FabLab – Es besteht die Möglichkeit bei der Fertigung im lokalen Fablab mitzuwirken oder alternativ das individuell-gefertigte Produkt einfach nach Hause geliefert zu bekommen.

Bei der Erstellung des Fragebogens konzentrieren wir uns im Endeffekt  auf die Auswirkung neuer Arbeitsformen insbesondere des Maker Movements im Bezug auf Fablabs und Shared Offices. Warum ist ein heruntergekommene Lagerhalle als Arbeitsort attraktiver als ein “moderner” Bürokomplex, genügt Steckdose und Wlan dem Arbeitsplatz der Zukunft ?

Wie müssen zukünftige Typologien aussehen um dieser Do-It-Yourself / Do-It-Together Kultur gerecht zu werden und muss diesem Anspruch in jeder Hinsicht Rechnung getragen werden?

[…] making things has gone digital: physical objects now begin as designs on screens, and those designs can be shared online as files. This has been happening over the past few decades in factories and industrial design shops, but now it‘s happening on consumer desktops and in basements, too.“

(Anderson, Chris: MAKERS The New Industrial Revolution, 2012)

Der neue Trend der individuellen Fertigung führt aber auch zur Renaissance des Handwerks, vor allem in Städten wo sich neue Formen des Urban Manufacturing weiter etablieren. Wo Industrie 4.0 neue Optionen für die Kreativwirtschaft bietet, was zu neuen Formen des gemeinsamen Arbeitens und Produzieren in den Städten führt.

Der Open Source Gedanke führt zu einer demokratisierung von Ressourcen. Das Netzwerk von Ideen frei zugänglich “von Makern für Maker (und alle Interessierten)” die zu Synergien führen und so komplexe Projekte umsetzbar machen.

Wir stehen am Anfang einer digitalisierten Epoche, deren spezifischen Produktionsmethoden sich noch im Entwicklungsstadium befinden, und sich voraussichtlich massiv auf die bestehende Arbeitswelt auswirken wird.

[…]aber jede Stadt muss sich auch mit dem baulichen Erbe vergangener Perioden auseinandersetzen. (Fassmann, 2004)

Shanine Alpen, Tina Blauensteiner, Abdolhossein Sardari Iravani

Das große Ganze erforschen

Bildquelle: http://urbancatalyst-studio.de/de/projekte/stek-berlin.html

Wir haben uns in dieser Woche intensiv mit den Themenblöcken Industrie 4.0, Fablabs, Cloud-Working und Digitaler Handel auseinandergesetzt. Neben der vertiefenden Literaturrecherche, kam es zur intensiven Diskussion, besonders im Bereich des Digitalen Handelns. Das veränderte Konsumverhalten wird Auswirkungen auf die Stadtzentren, Stadtteilzentren  und Ortskerne haben. Wie kann die Stadtentwicklung auf die zunahme des Digitalen Handelns, die sich ändernde Anforderungen an Gewerbeflächen und einer größeren Vielfalt an digitalisierten Produktionsformen reagieren?

> Wie werden die Städte mit diversen Nutzungsverhalten der Konsumenten umgehen?

> Durch was wird der Handel als Leitfunktion für die Innenstadt ersetzt?

Es gilt Planungsstrategien zu entwickeln, die rechtzeitig der Entwicklung des Donut-Effekts vorbeugen.

Im Zuge mehrfacher gruppeninterner Diskussionsrunden stellen sich folgende Fragen zu den drei Themenfeldern:

> Wie kann die Innenstadtlage weiterhin attraktiv für Kleinunternehmen bleiben?

> Inwieweit stoppen Planungsinstrumente das Leitbild der “Stadt der kurzen Wege”, wenn das produzierende Gewerbe  neben Wohnen und Arbeiten passieren soll?

> Fördern Konzepte wie Fablabs die individuellen Ideen einzelner oder lassen sie die vorherrschenden  Produktionsformen in Aspekten der Nachhaltigkeit hinterfragen und sich somit ein sozialer Nutzen aus der  technologischen Entwicklung ziehen?

> Welche Veränderungen ergeben sich für den Menschen als Arbeiter und Konsument in der Industrie 4.0?

> Wird der Mensch zum Handlanger der Maschine?

Bis jetzt haben wir uns bewusst noch nicht auf nur ein Themengebiet festgelegt. In unserem Verständnis sind gewisse Themenfelder nicht separat erfassbar. Trotzdem ist es nun wichtig den gemeinsamen Nenner zu finden und präzise Fragen zu formulieren, die einen Gegenentwurf zu bestehenden Zukunftsvisionen hervorbringen.

Werden die Citys wirklich so digitalisiert, „anonym“ smart sein, wie es in manchen Prospekten scheint ? Oder kommt es zu einer Bewegung, die bestehende Produktionsweisen und das Konsumverhalten der digitalen Welt kritisch hinterfragt. Dabei erreicht die Maker-Bewegung ein neues Level, so dass in gesellschaftlichen Netzwerken vorhandene Materialien nachhaltig wiederverwertet werden.

Shanine Alpen, Tina Blauensteiner, Markus Veegh 

(statt Markus Veegh wird Abdolhossein Sardari Iravani neues Gruppenmitglied werden)

Industrie 4.0 / Digitaler Handel / FabLabs

Industrie 4.0 – innovative Chancen durch die zunehmende Digitalisierung. Individuelle Produktion, Abläufe, Vorgänge, Bestellungen und Lieferungen – alles wird mit digitalen Hilfsmitteln abgewickelt.

Im Zuge erster Recherchearbeit konnten wir einen allgemeinen Einblick in unterschiedliche Arbeitsformen im Kontext neuer Technologien gewinnen. nach erster Zusammenarbeit sind vielschichtige Interessensgebiete in den Fokus getreten. So sind die gesellschaftlichen Veränderungen als Reaktion der industriellen Digitalisierung spannend zu beleuchten. Vor allem hat uns der digitale Handel und dessen mögliche räumliche Auswirkungen auf die Innenstädte, als vielfältiger Themenkomplex sehr angesprochen. Folglich der Wandel des Konsumverhaltens und die neuen Ansprüche an städtischen Raum.
Wie bereits in der Einführungsveranstaltung angeschnitten:

Die Stadt benötigt den Handel, aber benötigt der Handel die Stadt?

Hier werden somit neue Herausforderungen für die Stadtplanung entstehen, Fragestellungen die die Politik erwidern muss. Mit dem Umgang dieser, werden unvorhergesehene gesellschaftliche Veränderungen auftreten, welches wir im Kontext unserer Themen genauer untersuchen werden.

Shanine Alpen, Tina Blauensteiner, Markus Veegh