Sind wir etwa schon am Ende??

So schnell sich die Sommerferien mit regnerischen Tagen dem Ende neigen, so rasch gingen auch unsere Workshop-Tage an der Alten WU zu Ende. Nicht nur die Fachschaft der Raumplanung packte schließlich ihre sieben Sachen um weiterzuziehen, sondern auch wir verließen die Spittelau nach vielen intensiven und arbeitsreichen Tagen. Unsere To-Do Liste ist natürlich noch viel zu lange, um jetzt die Beine hochzulegen, dennoch ist es an der Zeit für ein kleines Zwischenfazit, das wir euch nicht vorenthalten wollen. Falls ihr es seit dem letzten Beitrag vor Spannung kaum noch ausgehalten habt, mehr über die Nutzungen im (halb)öffentlichen Raum der City Wall zu erfahren, so wie wir es im letzten Blogpost angekündigt haben, müssen wir euch leider ein wenig vertrösten – aber keine Sorge, aufgeschoben heißt nicht aufgehoben.

Wie bereits in den bisherigen Blogeinträgen nachzulesen ist, waren wir keinesfalls untätig und stürzten uns trotz der bekannt widrigen Umständen mit viel Engagement und Motivation in die Arbeit. Corona, Reisewarnungen & Co. konnten uns nichts anhaben, schließlich hatten wir Flipcharts, Aquafix, Stifte und die Weiten des Internets! eine Reise und die Forschung vor Ort ist nicht zu ersetzen, gerade bei diesem Lehrveranstaltungsformat. Dennoch konnten wir viele Inhalte produzieren, und das ist doch schon mal eine gute Nachricht.
Unsere Arbeitsweise haben wir den Umständen entsprechend angepasst: Statt unserer Beine legten die Computermäuse die Kilometer am Bildschirm zurück. Statt den aufregenden Geräuschkulissen Skopjes lauschten unsere Ohren gespannt, was uns die zahlreichen Expert:innen via Skype erzählen konnten. Es lässt sich sagen: diejenigen, mit denen wir Kontakt hatten, taten alles um uns die Arbeit zu erleichtern. Es kristallisierte sich sehr schnell heraus, wie überaus groß die Hilfsbereitschaft bei allen Beteiligten war. Sie beantworteten Fragen, erteilten bereitwillig Auskunft, beteiligten sich ergiebig an Diskussionen und teilten Dokumente, Artikel oder Kontaktpersonen mit uns. Wirklich jede/r gab das Möglichste, um uns zu unterstützen. Mit Aleksandra Milosheska, einer jungen Architektin aus Skopje, hatten wir sogar unsere eigene Fotografin vor Ort…die uns, unabhängig von unserer Bitte, als kleine Überraschung, wie sie selbst sagte, mit über 100 qualitativen Fotos der City Wall versorgte!

Insgesamt drei zusätzliche Gespräche konnten wir in der Workshopwoche führen, es gab lediglich eine Ausnahme bei der wir leider versetzt wurden. Aber was nicht ist kann ja noch werden – wir bleiben jedenfalls dran!
Es gab einen weiteren Wermutstropfen zu verkraften. Die von uns angestrebte virtuelle Rundführung durch die City Wall konnte leider bisher nicht durchgeführt werden, da die Kontaktanfragen dazu unbeantwortet geblieben sind. Wir werden versuchen, erneut nachzufragen und hartnäckig zu bleiben, vielleicht sind wir noch erfolgreich. Drückt uns die Daumen!

Einen Nachteil hatten die langen ausführlichen Gespräche dann doch – Transkription heißt der Übeltäter. Wie lange eine Stunde Interview wirklich ist, merkt man eben erst wenn eine gefühlte Ewigkeit in die Tasten gehauen wird und nach mehreren Seiten Text gerade mal ein paar Minuten der Aufnahme zu Papier gebracht worden sind. Aber es ist ja für eine gute Sache und mehr als sinnvoll, insofern hieß es da, Zähne zusammenbeißen und die Finger tanzen lassen.
Keine Sorge – falls ihr nun denkt, wir saßen zwei Wochen lang stumm nebeneinander und ließen die Tasten glühen, dann liegt ihr falsch. Die Inhalte, Darstellungsmethoden, Karten und alles was dazu gehörte, musste natürlich überlegt, besprochen, ausprobiert, verworfen, neu konzipiert, wieder verworfen und schließlich noch finalisiert werden. So leise wir beim Transkribieren waren, so lebhaft und redselig waren wir beim gemeinsamen Diskutieren und Entwerfen. Ausgestattet mit Kaffee und Gebäck für das leibliche Wohl wurden manche Inhalte brisant diskutiert und wieder verworfen – hier haben sich teilweise unterschiedlichen Betrachtungsweisen verdeutlicht. Mit unseren drei Blickwinkeln sowie dem Blick der Expertinnen können wir dennoch selbstbewusst sagen, dass wir einen guten Rundumblick über die genannten Themen der City Wall erlangen konnten.

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Nach Abschluss unseres Workshops muss nun noch die weitere Vorgehensweise geklärt werden. Der Workshop ist zwar zu Ende, unsere Arbeit noch nicht. Die City Wall wurde ja auch nicht an einem Tag erbaut.
Der weitere Fahrplan steht jedenfalls: Die sozialen Gruppen werden von uns nicht vernachlässigt und noch analysiert. Die anderen gesammelten Inhalte müssen noch visuell dargestellt werden, denn Bilder sagen bekanntlich mehr als 1.000 Worte. Apropos 1.000 Worte – transkribiert wird weiterhin, hip hip hurra.
Ein weiterer Punkt steht auf unserer Liste, über den wir aber noch nicht zu viel verraten wollen. Nur soviel sei gesagt: Es geht um eine Eisbahn, verlorene Maßbänder und um die eine oder andere streunende Katze. Na, schon eine Idee?

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Ihr seht schon: langweilig wird uns mit Sicherheit nicht, aber wir sind guter Dinge, alles zu einem guten Abschluss zu bringen. Damit euch nicht langweilig wird, werden wir euch weiterhin mit anregenden Blogbeiträgen versorgen. Da wir in nächster Zeit nicht mehr in Form eines Workshops zusammenkommen können, kann es sein, dass die Pausen zwischen den Updates etwas länger sein werden. Aber keine Sorge, wir vergessen euch natürlich nicht und ihr wisst: Gut Ding braucht eben Weile.

Bis dahin und bleibt gesund!
Euer Skopje-City-Wall Team

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