Field Trips ohne Field Trip

Leider haben sich unsere Befürchtungen als wahr herausgestellt – eine Reise nach Skopje, Nordmazedonien ist aufgrund der aktuellen Lage rund um COVID-19 schwer umsetzbar. Aktuell herrscht für Nordmazedonien die Reisewarnstufe 6 und vor Ort gibt es einige Beschränkungen im öffentlichen Raum, weshalb eine Reise sowie Forschung vor Ort gerade sehr fern wirken. Die Entscheidung, unseren Trip aufgrund der Umstände nicht anzutreten, hat uns, nachdem wir bereits mit mehreren sehr hilfsbereiten Nordmazedonier:innen in Kontakt waren und eifrig kulturelle Geheimtipps notiert haben, natürlich bestürzt.

Von diesem Hindernis lassen wir uns jedoch nicht aufhalten! Mit viel Motivation setzen wir unsere Forschung in angepasster Form – einem rund zweiwöchigen, intensiven Workshop – von Wien aus fort, um bereits gesammelte Inhalte zu ergänzen. Der hoffnungsvolle Gedanke, die Reise im Frühjahr nächsten Jahres doch noch nachholen und die City Wall live vor Ort sehen zu können , ist dabei ein ständiger Begleiter.

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Nach Absprache mit dem Lehrendenteam haben wir uns diese Woche in den frühen Morgenstunden zum ersten Workshoptag getroffen und wurden zugleich mit der ersten großen Aufgabe konfrontiert: Die Inhalte und Methoden entsprechend der aktuellen Lage zu adaptieren und digital umzusetzen. Kein einfaches Unterfangen für eine wissenschaftliche Arbeit, welche grundlegend darauf beruht, den öffentlich Raum mittels Feldforschung zu untersuchen und in einen intensiven Kontakt mit den dort ansässigen Akteur:innen zu treten.

Mit reichlich Kaffee und kreativem Geist haben wir deshalb unseren Forschungsantrag Schritt-für-Schritt durchgearbeitet und sind nach einem halben Tag zu folgendem Ergebnis gelangt: Die Struktur unserer Forschung basierend auf den drei Säulen TO BE, TO SEEM, TO LIVE mit den fünf Themenfeldern – Symbolik, Umgang, gebaute Strukturen, Funktionen und Angebote im (halb-)öffentlichen Raum sowie soziale Gruppen – kann fortbestehen. Jedoch müssen die Art unserer Forschungsarbeit und die Methoden substanziell modifiziert werden. So werden wir den geplanten Kontakt mit Anrainer:innen vor Ort durch digitale Lösungen und Onlinemedien ersetzen. Hierfür haben wir einen interaktiven Online-Fragebogen erstellt, der bisher umfangreiche Resonanz erlangt hat. Unsere geplanten Begehungen in der Großwohnsiedlung werden wir hoffentlich ebenfalls digital umsetzen können, und zwar über eine virtuelle Rundführung mit einer unserer Kontaktpersonen in Skopje – eine Antwort hierfür steht jedoch noch aus.

Wie es aktuell aussieht, lässt sich also doch ein wesentlicher Teil unserer Forschung alternativ digital abwickeln. Wir sind in dieser Hinsicht guter Dinge, denn: Die Nordmazedonier:innen, mit denen wir bisher in Kontakt getreten sind, sind uns sehr unterstützend entgegengekommen und haben uns zudem intuitiv Hilfe angeboten.

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Leider sind tägliche Updates und Dokumentationen zu unserer Expedition in Form eines Reisetagebuchs in unserem Fall nicht möglich. Wir haben uns deshalb dafür entschieden, euch im Laufe der nächsten zwei Wochen den Fortschritt unserer Recherchen, Interviews und Befragungen in kompakter Form zu präsentieren. Als kleinen Vorgeschmack zu den nächsten Beiträgen möchten wir euch ein aufschlussreiches Zitat zu unserer ersten Thematik, der architektonisch- und geschichtlichen Symbolik der City Wall, darlegen. Das Zitat stammt aus dem Expert:innengespräch mit der liebevollen Katerina Mojanchevska, welches wir vor rund 2 Wochen geführt haben.

The City Wall is one of the most markant images of Skopje. It’s directly related to the story of Skopje…that it was destroyed, then rebuilt through the solidarity of it’s people and of people abroad. It is a representation of this City of Solidarity, as Skopje was once called.

Katerina Mojanchevska, PhD Social Studies

Wir freuen uns, euch beim nächsten Blogpost mehr Einblicke zum Thema zu geben!
Liebste Grüße und bleibt gesund,
euer Skopje-City-Wall Team

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