Von Wien nach Bijlmermeer – Eine Geschichte der Leere!

 

04:00 Uhr morgens klingelte der Wecker. Dusche, Kaffee und ab in den Mietwagen. Gähnende Leere in Wien, ein nahezu ausgestorbener Flughafen und ein Geisterflugzeug mit etwa 20 maskierten Passagieren. Nur der Gedanke „Es sei viel zu früh“ gibt uns Hoffnung, dass es in Amsterdam etwas anders wird. Bewaffnet mit ausgefüllten „Health Screening Forms“ trafen wir bereits beim Landen eine Menge furchtloser Touristen, welche sich auf dem Weg zu den Gates ihrer Urlaubsdomizile machten.

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Mit gemischten Gefühlen, viel zu großen Gepäckstücken und bereits 5-6 Stunden benutzten Mund-Nasen-Schutz „genossen“ wir eine 15 minütige Zugfahrt, die uns um 10:20 Uhr im Hotel eintreffen ließ.  Begrüßt mit großem Lächeln und einer langen Liste von COVID-Maßnahmen an der Rezeption, riet uns der hungrige Magen und ein Baby im Bauch die Gepäckstücke dort zu lassen und nach Essen im Bijlmer-Zentrum zu suchen. Nach einem kurzen Supermarktbesuch (da Sonntags das Leben erst ab 12:00 beginnt), sind wir bereit für den ersten Spaziergang.

Richtung Großwohnsiedlung führte unser Weg an einem kleinen Quartier aus Reihenhäusern vorbei. Getrennt durch Einbahnen, breite Radwege, ausgestaltete Freiräume, Spiel- und Sportplätze – eine Illusion, um die großen Dimensionen der alten Planungen des Sozialbaus zu “verkleiden”.

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Den Nelson Mandelapark kurz gestriffen, (welchen wir an einem anderen Tag noch genauer erkunden) führte unser Weg zu einem der vielen wabenförmigen Hochhäuser – Gooirod. Nach Erkundung des leeren Innenhofes fühlt man sich aufgrund der Dimension der umgebenden zehnstöckigen Gebäude ziemlich klein. Unbeobachtet konnten wir in das Gebäude eintreten um von oben weitere Eindrücke zu sammeln – die Menschen schauen wirklich klein aus, aber die Farbdynamiken zwischen grau und grün (repräsentiert durch die großzügigen Parkplätze und weite Rasenflächen) waren für uns äußerst spektakulär. Ähnliche Gefühle und Eindrücke sammelten wir auch bei unserer zweiten geheimen Gebäudebesichtigung in Kleiburg, jedoch mit überwiegenden Grautönen in unmittelbarer Nähe der Gebäude.

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Nichtsdestotrotz sind diese grauen Zonen meist durch Bäumen versteckt. Unser ersichtlich dominierender Eindruck vom Gebiet – GRÜN! Aber nicht nur einfach grün, sondern wahre Natur. Und klarerweise idyllische Plätze, um diese zu genießen. Durch die beeindruckende Größenordnung, die beruhigende Leere, der frischen Luft, die waldähnlichen Geräusche sowie der großen Vielfalt an Flora und Fauna, kann man leicht vergessen, dass man sich in einem dicht bewohnten Siedlungsgebiet befindet.

bb

Die Zwischenräume des Alltags sind in Bijlmermeer bunt und vielfältig und für uns unerwartet – leer. Für einen Sonntag mit schönem Wetter, ist es überraschend so viele “verlassene” Spiel- und Sportplätze, Bänke und Brücken zu sehen. In einem symbolischen Kampf zwischen Mensch und Natur, hat hier die Natur unbestritten gewonnen. Ob die Leere sich durch die Corona-Krise erklärt oder ob es sich um eine Gegebenheit in Bijlmer handelt, erfahren wir hoffentlich in den nächsten Tagen.

Bis dahin verbleiben wir mit schönen Grüßen aus Amsterdam und hoffen, dass ihr euch als Teil unsere Reise fühlt!

 

Euer Amsterdam-Team,

Gabi und Martin

 

 

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2 Kommentare zu “Von Wien nach Bijlmermeer – Eine Geschichte der Leere!

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