Split – Split 3 // Gebaute sozialistische Utopie?

Das ehemalige Jugoslawien kann als utopisches Projekt angeschaut werden. Architektur und Städtebau nahmen eine wichtige Rolle in der Umsetzung der sozialistischen Gesellschaft ein.

Anders als viele andere Big Things (Großwohnbauprojekte der 1960er- und 1970er-Jahre) wird Split 3 international anerkannt und geschätzt. Im Stadterweiterungsprojekt in der kroatischen Hafenstadt wurden in anderen Projekten der Moderne kaum verwendete Ansätze in Gestaltung und Nutzung des öffentlichen Raums umgesetzt. Das Stadtviertel steht exemplarisch für die Verbindung von modernen Megastrukturen mit den der Moderne kritisch entgegenstehenden Ansätzen, die sich räumlich in einer »Rückkehr zur Straße« manifestiert. Im Entwurf spiegeln sich zudem auch der historische, lokale politische und soziale Kontext wieder.

Unsere Forschungsexpedition setzt sich mit der Frage auseinander, wie diese gesellschaftliche und städtebauliche Utopie umgesetzt wurde und inwiefern sie heute noch wahrnehmbar ist. Dabei wollen wir uns mit der unterschiedlichen Formen der öffentlichen Räume in Split 3 auseinandersetzen und welche Elemente die Gestaltung prägen. Zudem wollen wir die Nutzung der öffentlichen Räume untersuchen. Schaffen sie ein Umfeld, in dem Austausch und Interaktion gefördert wird – eine Qualität, die vielen Big Things abgesprochen wird? Im ehemaligen Jugoslawien wurde eine emanzipierte Gesellschaft angestrebt. Ausdruck dafür war die in allen Aspekten der Wirtschaft und Gesellschaft angewandte Selbstverwaltung. Wir wollen den Erfahrungen der Bewohner*innen mit der Selbstverwaltung nachforschen. Zudem untersuchen wir, wie sich die Selbstverwaltung räumlich manifestiert und was heute davon noch zu erkennen ist.

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