Rom – Corviale

Am südlichen Stadtrand Roms erstreckt sich über eine gigantische Länge von einem Kilometer das längste Hochhaus Europas: La Corviale – ein monströser Betonkoloss, ein Unfall der italienischen Planungsgeschichte, eine einen Kilometer lange Aneinanderreihung von Sozialfällen, ein Sumpf an Gewalt und gescheiterten Existenzen. So wird Corviale in den Medien repräsentiert.

Mitte der 1970er wurde mit der Errichtung des sozialen Wohnbaus nach dem Idealbild der Wohnmaschine von Le Corbusier begonnen. Doch der Wohnkomplex ist praktisch weder fertiggestellt noch jemals verwaltet worden. So kam es, dass sich die BewohnerInnen seit der Geburtsstunde des Corviales ihre eigenen Strukturen aufgebaut haben. Doch wie kann eine derart riesige Wohnsiedlung ohne staatliche Eingriffe überhaupt funktionieren? Wie eignen sich die BewohnerInnen die öffentlichen Räume des Corviales an? Wo passiert nachbarschaftliches Leben und wodurch werden soziale Interaktionen generiert?

Als zweiköpfiges Forschungsteam, bestehend aus uns Raumplanungs-Studentinnen Denise und Larissa, werden wir Anfang September unsere Forschungsexpedition nach Coviale starten und uns der Beantwortung all dieser Fragen widmen. Wir begeben uns auf Spurensuche nach den Strukturen der Selbstorganisation, tauchen ein in eine Welt zwischen Utopie und Realität und erforschen die maschinelle Eigenmächtigkeit der Großwohnsiedlung. Und wer weiß, vielleicht lernen wir das gefürchtete Betonmonster auch von einer ganz anderen Seite kennen…

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