Tag 10: Ein schöner Abschluss der Forschungsreise

Am letzten Tag hatte ich echtes Glück, denn an diesem Tag fand in Sulina das Folklore-Festival „Festival Scrumbiei“ statt. Es traten unterschiedliche Ensembles ethnischer Minderheiten aus der Region auf einem kleinen Platz vor dem Palast der ehemaligen Europäischen Donaukommission auf. Da solche Festivals eher verhältnismäßig selten stattfinden, freute ich es mich besonders dieses mitzuerleben. Durch die vielen Besucher wirkte die Stadt sehr belebt und auf der Straße 1 strömten die Menschen wie auf einem Boulevard Richtung Festivalgelände.

In diesem Blogeintrag werde ich mich der kollektiven Identität der Lipowaner und deren Bezug zum öffentlichen Raum widmen. Durch den heutigen Tag habe ich wieder neuen Input zu diesem Thema bekommen.

Laut Christmann kann kollektive Identität als einen auf einen Raum bezogenen gesellschaftlichen Wissensvorrat gesehen werden. Neben Landschaftsmerkmalen, Bauwerken und Bekleidungsvorschriften können auch Bräuche, Feste und Dialekte als Referenzpunkt für diesen Wissensvorrat dienen. In Bezug auf den Raum stellt es sich als notwendig dar, dass um Investoren und Touristen zu gewinnen zu können, müssen Unverwechselbarkeit und Einzigartigkeit vermittelt werden.

Angefangen über die Lage Sulinas im Delta, welche durch sein artenreiches Ökosystem ein hohes touristisches Potential birgt, ist die Präsenz von Tradition im öffentlicher Raum in der Stadt als wichtig zu erachten wird wichtiger für den Tourismus in der Stadt. Tradition kann in Form von der gebauten Umwelt, beispielsweise durch Gebäude, aber auch durch kulturelle Veranstaltungen im öffentlichen Raum präsent sein.

Die typischen Wohnhäuser der Lipowaner mit ihren weiß-blauen Fassaden stellen beispielsweise einen Referenzpunkt zur kollektiven Identität dar.  Menschen in Sulina und andere Dörfern, wie beispielsweise dem touristisch orientierten Mila 23, haben dieses Potential erkannt und den Stil des lipowanischen Hauses für Hotels und Restaurant adaptiert.

Festivalisierung der Stadt

Die Festivals repräsentieren nicht nur die Tradition und Kultur der Lipowaner im öffentlichen Raum in der Stadt, sondern dienen hauptsächlich dem tertiären Wirtschaftssektor, vor allem der Gastronomie. Daher kann auch davon ausgegangen werden, dass durch die Festivalisierung der Stadt ein wesentlicher Beitrag zum Tourismus und damit zum wachsenden Wohlstand Sulinas beigetragen werden kann.

 

Damit beende ich meinen Blog mit diesem Eintrag und bedanke mich bei allen Menschen, welche mich auf dieser Forschungsreise unterstützt haben.

La Revedere, Sulina!

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