Am Freiheitsplatz – zwischen Profis und Politikern

Nach einer erholsamen Nacht begeben wir uns gleich in der Früh ins Zentrum der Stadt, um die bereits ausgearbeiteten Kartierungen des Freiheitsplatzes zu überprüfen und weitere wichtige Details zu ergänzen. Um möglichst mobil zu sein, entscheiden wir uns, mit dem Auto bis an den Rand des Stadtkerns zu fahren. Die Entscheidung erweist sich schnell als Fehler. Wir bleiben im morgendlichen Stau stecken und verlieren etwa eine halbe Stunde. Das soll uns eine Lehre sein! Nachdem wir endlich einen Parkplatz gefunden haben, geht’s zu Fuß weiter. Bereits gestern Abend hat man uns von einem Fest am Freiheitsplatz erzählt. Noch am Rand des Stadtkerns kommt uns eine Gruppe junger Frauen entgegen, die Blumen verteilen. Es handelt sich dabei um eine Einladung zu besagtem Fest. Einer der größten Einzelhändler Rumäniens feiert die Eröffnung seiner 1000. Filiale –  und zwar am gesamten Freiheitsplatz (also im öffentlichen Raum). Wir fühlen uns in unserer Annahme bestätigt, dass der öffentliche Raum zunehmend als Spielwiese privater Unternehmer fungiert.

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Einige gesammelte Impressionen:

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In einer der Seitengassen des Platzes entdecken wir ein Bauprojekt, dass eine detailgetreue Weiterführung eines bestehenden historischen Gebäudes zum Ziel hat.
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Eines der öffentlichen Gebäude des Freiheitsplatzes ist die Musikuniversität. Wir beschließen, einen genaueren Blick ins Innere zu werfen und sind erstaunt über den starken Kontrast zwischen der Platzsituation außen und dem Zustand des Gebäudes im Inneren.
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In einer der Seitengassen des Platzes befindet sich seit Jahren eine Baulücke. Eine Metallverkleidung wurde angebracht, um die innerstädtische Brache zu verbergen. Wir heben kurzerhand die Kamera über die obere Kante der Absperrung und können so doch noch einen genaueren Blick erhaschen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Neben einem Gastgarten befinden sich Verweilflächen um einen Baum – das Einzige, was im Moment fehlt, sind die Menschen.

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Wir erfahren, dass der rumänische Staatspräsident Klaus Johannis, ein Siebenbürger Sachse aus Hermannstadt, in der Stadt ist. Wie durch ein Wunder erblicken wir ihn gemeinsam mit dem Temeswarer Bürgermeisters Nicolae Robu. Sie befinden sich inmitten einer Menschenmenge, doch auch von ihnen können wir Fotos erhaschen. Obwohl dies wenig fachlichen Gehalt hat, ist es dennoch das Highlight dieses Tages…immerhin ist Mathias zum ersten Mal in Rumänien und trifft schon auf das Staatsoberhaupt.

 

 

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Wir betreten das Gebäude des deutschsprachigen Nikolaus-Lenau-Lyzeum und bitten um ein spontanes Interview mit Helene Wolf, der Direktorin. Sie berichtet über die Bedeutung der Umgestaltung des Freiheitsplatzes für ihre Schülerinnen und Schüler, das Zusammenwirken von EU-Fördermitteln und der Stadtpolitik sowie ihre Einschätzungen zur Bedeutung des öffentlichen Raumes für die Identität von Temeswar.

 

 

 

Grüße von Mathias und Cristian, bis morgen

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