Am siebten Tage sollst du ruhen

Nach sieben intensiven Tagen mit langen Stadtspaziergängen, Interviews und extrem wenig Schlaf, brauchten wir eine Regenerationsphase und etwas Ruhe. Der Architekt Amir Vuk Zec hat uns empfohlen, Sarajevo von mehreren Seiten von oben zu betrachten. Es sei wichtig, um die Struktur und den Kontext der Stadt zu verstehen und zu begreifen. Wir nützten das schöne sonnige Wetter am Sonntag fuhren mit der Seilbahn auf den Trbevic, wo die alte Bob-Bahn der Winterolympiade 1984 verwildert.

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Blick über die Stadt aus der Seilbahn

Schon die Fahrt hinauf war ein Erlebnis. In zügigem Tempo veränderte sich die Perspektive auf die Stadtlandschaft, sowie die umliegenden Hügel und Berge kontinuierlich. Aus der Distanz erhielten wir ein Gefühl für die Verhältnisse der einzelnen Großbauten zueinander, außerdem war sehr gut ersichtlich, wie die Stadt in den letzten 150 Jahren gewachsen ist. Uns viel sofort auf, dass das Sarajevo City Center ungefähr das gleiche Volumen des gegenüberliegenden Par lamentes hat und im Vergleich zu anderen Großstrukturen der Stadt nicht deutlich Überdimensioniert ist, wie es vor Ort den Anschein hatte.

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Das Sarajevo City Center im Close-Up ausgehend vom Berg Trbica

Es wird deutlich, dass es vor allem durch seine stark gemusterte, unruhige Fassadengestaltung ins Auge sticht und dadurch kaum zu übersehen ist. Von weiter oben werden durch den Blick auf das gesamte Tal, die räumlichen Zusammenhänge der einzelnen Viertel entlang der Hauptachse und den umliegenden Hügeln wahrnehmbar.

Oben in der Natur angekommen nutzten wir den Spaziergang über die verwilderte olympische Bobbahn von 1984 und durch den tiefen Wald, um die bisherigen Eindrücke zu reflektieren und unsere Anforderungen an die verbliebenen Tage zu definieren.

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