Unsichtbare Informalität

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Gespräche im und über den öffentlichen Raum, Ostavinska Galerija

Ein Tag voller Gespräche, ein Tag voller Erkenntnisse. Bis in die späte Stunde führen wir aufschlussreiche Akteursgespräche. In einer langen Unterhaltung mit Iva Čukić, der Günderin des Ministry of Space Kollektives und Ljuba Slavkovic Architektin und Kopf hinter dem Instagram Kanal We build it up a little bit – Malo smo nadogradili. Ein Blick in die Bildersammlung verschafft einen Eindruck über die Vielfältigkeit informeller Bauweisen. Hierbei handelt es sich jedoch um eine rein formale Kuriositätensammlung besonders spektakulärer Fälle, der informelle Part vieler anderer Bauwerke erschließt sich uns erst in weiteren Gesprächen über die jeweiligen Entstehungsgeschichten. Wir erfahren über Gebäude der Nachbarschaft, deren Bauantrag weit weniger Geschosse aufweist, als letztlich ausgeführt wurden. Baufluchten wurden um Meter in den öffentlichen Raum versetzt aufgenommen und Luftbildaufnahmen zum Zwecke einer nachträglichen Legalisierung manipuliert. Die Informalität in Belgrad ist noch komplexer als gedacht, es ist ein gesamtgesellschaftliches Phänomen, das sich nicht zwangsläufig in der gebauten Umwelt abzeichnet. Am Abend steht unsere letzte Verabredung mit den Organisatoren der Ostavinska Gallerie an. Dort stellen wir Anfang August für zwei Tage Ergebnisse und Dokumentationen der Expedition aus.

Es ist unerwartet spät geworden, morgen dazu mehr.

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