[Tag 4] Raus aus der Filterblase

Heute ist der vierte Tag unserer Reise und langsam fühlen wir uns schon wie in einer “Vacaresti-Bubble“. Umso mehr freuen wir uns auf den Besuch der Hochschule in Bukarest. Vor der Tür des Instituts für Gartenbau werden wir bereits von Luana Andrea Simion, einer ehemaligen Studentin, welche ihre Masterarbeit über den Vacaresti Naturpark verfasste, abgeholt. Gemeinsam machen wir uns auf den Weg zur Professorin Ioana Tudora, einer Architektin und Landschaftsarchitektin mit einem Doktorat der Soziologie. Ein wenig später kommt noch ihre Kollegin Claudia Fabian dazu.

In einer gemeinsamen Runde führen wir ein lebhaftes Gespräch über mehrere Stunden. Mit einer unglaublichen Energie und einem schier unermesslichen Wissen schildert uns Frau Tudora, wie sie den aktuellen, materiellen und immateriellen Zustand des Parks einschätzt, welche Möglichkeiten es gibt und nicht gibt, um den Park sowohl zu schützen als auch zu erhalten. Aufgrund ihrer soziologischen Sichtweise schätzt sie das Bewusstsein der Bevölkerung noch nicht für mündig, um den Erhalt zu sichern. Nein, ganz im Gegenteil würde eine rücksichtslose bis profitorientierte Haltung der Bevölkerung dafür sorgen, dass etwas Besonderes schnell verschluckt werden würde.

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Einen kleinen Ausschnitt aus der heutige Diskussion wollen wir euch nicht vorenthalten. Richard begibt sich in die inzwischen vertraute Rolle des Dolmetschers.

Ioana Tudora verabschiedet sich nach ungefähr 90 Minuten. Nun kommen Claudia und Luana auch zu Wort und wir hören deren Vorstellungen, wie der Vacaresti Naturpark langsam und schonend für die Menschen geöffnet werden könnte, um eben genau dieses angesprochene Bewusstein zu stärken, welches in einer demokratischen Ordnung Grundlage sein muss, weil eben nicht aus einem autoritären Standpunkt aus “das Beste” beschlossen werden kann.

Schon wieder hungrig verlassen wir zusammen mit Luana die Universität und bekommen von ihr zuletzt noch einen Tipp, wo Studenten hier gute Hausmannskost finden. Gestresst durch den Großstadtwahnsinn wünschen wir uns die Ruhe des Naturparks zurück und treten den Heimweg an.

Von einer Regenwolke lassen wir uns nicht abhalten und finden uns von einem heftigen Unwetter überrascht plötzlich wieder im Park vor.

Blick auf die, am Tag 1 angesprochene Siedlung, von Costel vom Damm aus
Blick auf die, am Tag 1 angesprochene Siedlung, von Costel vom Damm aus

 

Ioana Tudora: “Mit einer passiven Haltung wird es heute nicht mehr möglich sein, den Park in seinem jetzigen Zustand zu erhalten.”

 

Ein Kommentar zu “[Tag 4] Raus aus der Filterblase

  1. Expedition: Naturschutzgebiet im urbanen Kontext

    Wir können hier in unserem Blog leider nicht alle Inhalte, welche wir heute gehört haben wiedergeben, sind aber für alle Fragen offen. Nutzen Sie die Kommentarleiste!

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