Zurück in Wien – unser Fazit

Heute morgen sind wir drei wieder nach Wien zurückgekehrt. Damit ist der erste Teil unseres Projektes, die Forschungsexpedition nach Belgrad, zur Erforschung des öffentlichen Raumes in Kaludjerica, beendet. Es wartet aber noch viel Arbeit auf uns, wie wir im gestrigen Blogeintrag anklingen ließen. Während der letzen sieben Tage haben wir versucht so viele Eindrücke und Meinungen wie möglich in Kaludjerica zu sammeln. Insgesamt blicken wir sehr positiv auf unsere Forschungsexpedition zurück. Obwohl wir etwas überfordert in Belgrad ankamen, fanden wir sehr schnell Zugang zur Siedlung und deren BewohnerInnen. Wir lernten sehr hilfsbereite und nette Leute kennen, die viel zu unserem Verständnis der Siedlung beitrugen. Mit so viel Offenheit und Interesse hätten wir nicht gerechnet. Überraschenderweise war es viel einfacher als erwartet, Anschluss zu finden, obwohl uns die BewohnerInnen von Kaludjerica anfangs eher skeptisch gegenüberstanden.

Insgesamt besuchten wir die Siedlung fünf mal, wir durchquerten sie mit dem Auto, zu Fuß und mit dem Bus. Wir schossen zirka 900 Fotos, nahmen fast vier Stunden Audiomaterial bei Gesprächen und Interviews auf. Diese führten wir auf drei verschiedenen Sprachen, auf Deutsch, Englisch und Serbisch. Wir führten Interviews mit den ExpertInnen Prof. Eva Vanista Lazarevic und Vladimir Parezanin, den BewohnerInnen Danijela, Mladen und Sladjana, sowie den Angehörigen der Kirchengemeinde Djordje und Jovan, die sich beide aufgrund ihrer Arbeit sehr gut mit der sozialen Struktur der Siedlung auskennen.

Wir haben nun nach dieser intensiven Beschäftigung mit dem Thema das Gefühl die Vorgänge und Strukturen in der Siedlung sehr gut zu verstehen. Den öffentlichen Raum in Kaludjerica kann man auf zwei Ebenen betrachten. Einerseits als den klassischen institutionellen öffentlichen Raum, also Plätze, Märkte, die Kirche, den Friedhof, Spielplätze, usw., der zum Großteil in den letzten Jahren geschaffen wurden um die Siedlung aufzuwerten. Andererseits als jenes nachbarschaftliches Zusammenleben, durch das die lange Nicht-Existenz der oben genannten Treffpunkte kompensiert wird. Das gesellschaftliche Leben und die Öffentlichkeit in dieser Siedlung funktioniert wohl noch immer sehr niederschwellig über Nachbarschaftstreffen in privaten Gärten, gemeinsames Essen und Trinken nach der Kirche, am Vorplatz des Supermarktes reden usw., also klassisches dörfliches Gemeinschaftsleben.

In den nächsten Wochen werden wir euch weiterhin über die Aufarbeitung unserer Forschungsergebnisse auf dem Laufenden halten und euch im Herbst unsere Ergebnisse präsentieren. Wir werden dazu einen kleinen Radiobeitrag in der Architektursendung A Palaver auf Radio Orange produzieren und gemeinsam mit den anderen Fieldtrips Teams die Publikation Fieldtrips 3 des Future Labs gestalten.

Also bleibt dran – es geht spannend weiter…

Vielen Dank für euer Interesse und bis bald!!

Hannes, Danijel und Rafael

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