Kaluđerica aus einem anderen Blickwinkel…

Wir haben heute versucht die vielen Eindrücke vom gestrigen Tag in Kaludjerica zu verarbeiten und zu besprechen und außerdem Material für die nächsten Tage vorbereitet. Genauer gesagt haben wir Interviewfragen vorbereitet und eine Karte erstellt, die wir gemeinsam mit den BewohnerInnen von Kaludjerica ausfüllen wollen um eine Verortung der öffentlichen Treffpunkte und Zentren in Kaludjerica zu ermöglichen. Genaueres dazu werdet ihr von uns in den nächsten Tagen erfahren.

Am Nachmittag haben wir uns erneut nach Kaludjerica begeben, allerdings diesmal mit dem Auto. So konnten wir einerseits die Siedlung großflächiger observieren und sie andererseits mit demselben Fortbewegungsmittel erreichen und durchfahren, mit dem die meisten BewohnerInnen das tagtäglich tun. Wir haben so das gesamte Ausmaß der Siedlung erlebt, vom Übergang Kaludjericas zu den angrenzenden Gemeinden bis zu den unzähligen Sackgassen, die uns diese „Stadtrundfahrt“ erschwert haben. Dabei konnten wir weitere Besonderheiten entdecken, wie zum Beispiel die Vielschichtigkeit der Siedlung. Es gibt klare Unterschiede zwischen dem Zentrum Kaludjericas, das wir gestern bereits intersiv erforscht haben, und der „Pheripherie“, wie beispielsweise die Größe und Gestaltung der Häuser, aber auch der Infrastruktur und der öffentlichen Räume, die am Rand der Siedlung kaum mehr zu finden sind, zumindest nicht in jener Qualität, die wir gestern rund um die Schulen und die Kirche ausgemacht haben.

Wir werden immer vertrauter mit der Siedlung und finden uns bereits gut zurecht. Überrascht sind wir immer noch, über die Ähnlichkeit zu typischen österreichischen Vorstadtsiedlungen und. Teilweise gibt es in Kaludjerica sehr charmante und qualitätsvolle Straßen, was wir im Zuge der Vorbereitung so nicht erwartet hätten. Allgemein stellt sich uns die Frage ob man Kaludjerica in seiner heutigen Form überhaupt noch als illegale beziehungsweise informelle Siedlung bezeichnen kann, es hat sich hier in den letzten Jahren offenbar sehr viel verändert.

Wir haben Kaludjerica gestern mit einem Stadtspaziergang intensiv erforscht und waren heute mit dem Auto in der Siedlung unterwegs. Die gegensätzlichen Wahrnehmungen die durch das unterschiedliche Fortbewegen in (öffentlichen) Räumen entstehen, werden im heutigen Literaturtipp, „Warum ist Landschaft schön? : Die Spaziergangswissenschaft“ von Lucius Burckhardt, anhand von Beispielen beschrieben.

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