Working on :: Aspekte

Safety on the road
In unserer Reise durch das Thema automatisiertes Fahren kamen wir auch zum Themenaspekt Gesundheit und Sicherheit. Etwa 90-95% der Verkehrsunfälle werden durch Fehlverhalten der FahrerInnen verursacht. FahrerInnen, die während des Ausübens der Lenktätigkeit von/ durch Alkohol, Drogen, psychoaktive Substanzen, Medikamente, Müdigkeit, Ablenkung (z.B. MitfahrerInnen, digitale Geräte, emotionale Aufwühlung,…) in ihrer Lenkfähigkeit eingeschränkt sind, stellen ein Risiko für sich selbst und andere VerkehrsteilnehmerInnen dar. Die EU hat hier auch mit einem Forschungsprojekt zum Verhalten der VerkehrsteilnehmerInnen einen Beitrag geleistet: http://cordis.europa.eu/result/rcn/159703_de.html.

Auch in diversen Fachzeitschriften, Forschungsarbeiten sowie in Verkehrsprogrammen mancher Stadtpolitik lassen sich entsprechende Ansätze finden, um dem Ziel der “Vision Zero” (null Verkehrstote und Schwerverletzte) mithilfe von digitalen Fahrassistenzsystemen näher zu kommen: https://www.wien.gv.at/verkehr/verkehrssicherheit/programm/ziele.html, https://www.vcd.org/themen/verkehrssicherheit/vision-zero/, http://www.zeit.de/mobilitaet/2015-06/verkehrssicherheit-unfalltote-vision-zero

Automatisierte Fahrzeuge können da somit Abhilfe schaffen. Nicht nur helfen sie dauerhaft mobilitätseingeschränkten Personen zu mehr Freiheit und Flexibilität in ihrem Mobilitätsverhalten, sondern auch temporär, etwa nach einem Glas Wein zu viel, bei fahrunfähigen VerkehrsteilnehmerInnen. (vgl. Martin Russ, Austriatech, Vortrag im Rahmen der WKÖ Veranstaltung am 16.10.2017)

Ökonomischeres Fahrverhalten – geringerer Ressourcenverbrauch
Menschlichen FahrerInnen wird oftmalig eine emotionale, von Stolz und Egoismus geprägte Fahrweise nachgesagt, wie auch in Studien erwiesen wurde, was in Boulevardmedien gerne zum “Krieg auf der Straße” hochstilisiert wird. Maschinen sind vor emotionalen Ausbrüchen während der Teilnahme am Straßenverkehr ausgeschlossen und bieten kontrollierbare, vorhersagbare Verhalten. Außerdem können sie ein Fahrzeug ressourcenschonender von A nach B bewegen, was auch zur Erreichung eines Ziels der Klimawandelübereinkommen beiträgt und damit zu einer höheren Effizienz der Antriebsstoffnutzung.

Eine Frage der Ethik
Ein weiteres großes Thema bei der Abgabe der Fahrzeugsteuerung an eine Maschine ist die Ethik. Hier hat sich etwa Deutschlands Ethik-Kommission bereits Gedanken gemacht und im Juni 2017 einen Bericht mit Leitlinien zur Programmierung automatisierter Fahrsysteme herausgegeben. So etwa Bundesminister Dobrindt: “Die Interaktion von Mensch und Maschine wirft in der Zeit der Digitalisierung und der selbstlernenden Systeme neue ethische Fragen auf. Das automatisierte und vernetzte Fahren ist die aktuelle Innovation, bei der diese Interaktion in voller Breite Anwendung findet.” https://www.bmvi.de/SharedDocs/DE/Pressemitteilungen/2017/084-dobrindt-bericht-der-ethik-kommission.html
Die Interaktion zwischen Mensch und Maschine wird bei der Entwicklung des AV eine tragende Rolle spielen und stellt so manche ForscherInnen vor neue Fragen. Vor allem im öffentlichen Raum der Städte wird es ein Schwieriges sein, autonome Fahrzeuge im Mischverkehr mit anderen Teilnehmern jeglicher Mobilitätsform (etwa FußgängerInnen, RadfahrerInnen, NutzerInnen konventioneller PKW) in ein reibungsloses Miteinander unterzubringen. Ein mögliches Szenario kann dabei sein, dass autonome Fahrzeuge im Straßenraum, ähnlich den selbstfahrenden U-Bahnen auf selbstständigem Gleiskörper, auf getrennten Trassen unterwegs sind, um Komplikationen mit anderen Systemen zu verhindern.

Mit der Moral Machine des MIT kann jeder selbst testen und entscheiden wie man reagieren könnte. 😉
http://moralmachine.mit.edu/hl/de

Moral Machine

Erhebung des Meinungsforschungsinstituts Makam Research zur Akzeptanz der österreichischen Bevölkerung zum Thema autonomes Fahren: https://www.trend.at/branchen/auto-mobilitaet/autonomes-fahren-was-autos-8471291

Interview mit Mario Herger, IT-Experte zum Thema automatisiertes Fahren und über ein zukünftiges Verbot des Selbst-Lenkens: https://www.oeamtc.at/autotouring/menschen/in-13-jahren-wird-autofahren-verboten-16360572

Präsentation des neuen Tesla LKW
Am 16.11. stellte Tesla seinen neuen strombetriebenen Sattelschlepper “Semi-Truck” vor. Dieser soll voll beladen und mit Autobahngeschwindigkeit 800 Kilometer Reichweite haben. Auch bei diesem ab 2019 zu kaufenden Modell des Mobilitätsrevolutionärs Elon Musk wird die digitale Technik des teilautonomen Fahrens ein fixer Bestandteil sein. http://orf.at/stories/2415233/

Tesla truck

Vera Baltzarek, Christina Birett, Markus Veegh

Titelbild: http://s3.amazonaws.com/digitaltrends-uploads-prod/2015/10/autonomous-driving-2.jpg

 

Ein Kommentar zu “Working on :: Aspekte

  1. Emilia Bruck

    Liebes Team, vertieft euer Wissen zu den getrennten Trassen! Wie könnten Abtrennungen aussehen bzw. funktionieren? Auf welchen Strecken werden sie am ehesten relevant? Was heißt das für den öffentlichen Raum und dessen Nutzung durch andere VerkehrsteilnehmerInnen?

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