Dritter Schritt auf die Menschen zu

Während der beiden folgenden Tage machen wir uns auf die Suche nach Graffitis, Plakaten und Street Art, die nicht antifaschistischen und anarchistischen Positionen zu zuordnen sind. Wir besuchen den Stadteil Psyrri im Zentrum Athens und die Wohngegend Pangrati. Uns begegnen großflächige Street Art Arbeiten, die von der Krise handeln. Dazwischen entdeckten wir Zeichen der rechtsextremen Partei Goldene Morgenröte.

Nun können wir zusätzliche zu der großen Verbreitung von antifaschistischen und anarchistischen Äußerungen auch die der Künstler und Rechten vermerken. Der Eindruck aber, dass nur bestimmte Minderheiten der Gesellschaft die Wand zur Artikulationsfläche ihrer politischen Auffassung machen, bestätigt sich dennoch.

Zum einen mag es an dem illegalen Akt liegen, der eine gewisse Bereitschaft und Gesundheit erfordert. Welches wiederum wichtiger Bestandteil des Selbstverständnisses der aktiven Gruppen ist.

Zum anderen finden wir Erklärungen für die verhältnissmäßig einseitige Nutzung der Wand, in ihrer Zuteilung zur Gegenöffentlichkeit. Diese bildet das Gegenstück zu der Öffentlichkeit hegmonialer Massenmedien. Dort werden Themen und Fragen behandelt und stellvertretend für die Bevökerung diskutiert. Manche Themen werden dort ausgelassen, was daszu führt, dass sie sich ihre eigenen Artikulationsräume suchen, wie z.B. die Wand.

Um uns über das Verhältniss der öffentlichen Wand zum öffentlichen Diskurs klarer zu werden, machen wir Interviews mit Passanten. Wir befragen Rezipienten zu ihrer Wahrnehmung und Identifikation mit den Äußerungen auf den Wänden, zu ihrer politischen Aktivität und was diese für einen Raum brauchen könnten.

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