Straßenmusik!

Der erste Programmpunkt des heutigen Tages fand wieder im Zentrum Skopjes statt, wir hatten nämlich ein Interview mit Maksim Naumovski vereinbart. Maksim ist Architekt und Universitätsassistent der American University of Skopje sowie Doktorand am Institut für Städtebau an der TU Wien. Das Gespräch ist insgesamt über 2 Stunden lang geworden und umspannte unter anderem die Themenbereiche der Pläne des Projekts Skopje 2014. Das Projekt versuchte in der Innenstadt durch die Errichtung von neuen monumentalen Gebäuden, oder durch das Aufkleben einer neuen Styroporfassade eine mazedonische Identität zu kreieren. Weitere Themen waren die Stadtentwicklung von Skopje sowie deren einzelne Bezirke und die Siedlung Šutka. Durch ein Forschungsprojekt über Šutka,  bei dem Maksim dabei war, wusste er relativ viel über die Lebenswelt der Roma und die uneindeutige Grenzziehung zwischen privatem und öffentlichem Raum.

Mit diesen Erkenntnissen setzten wir uns am Nachmittag wieder in den Bus 19 in Richtung Šuto Orizari, um StraßenmusikerInnen (bzw. Musik auf der Straße) zu suchen und kurz nach der Ankunft hörten wir schon von weitem Musik. Auf der Hauptstraße vor einem Haus fand eine Hochzeitsfeier statt. Diese Art von Straßenmusik wäre in Wien, auch im Rahmen einer angemeldeten Veranstaltung, nur schwer vorstellbar, da mit den 2,5 m großen Soundboxen nicht nur die unmittelbare Umgebung, sondern auch die ganze Siedlung mit der Musik der sechsköpfigen Live-Band beschallt wurde. Aufregung gab es deswegen keine, entweder feierte man mit, oder man spazierte einfach vorbei, wenn man gerade etwas anderes zu tun hatte.

Der einzige vorgenommene Programmpunkt, der heute nicht durchgeführt werden konnte, war das gestern versprochene Treffen mit der Aktivistin Ljatife, die es auf morgen verschieben musste. Mit ihr hoffen wir etwas Klarsicht auf die Frage der Abgrenzung des öffentlichen und privaten Raums zu bekommen, die uns seit den letzten zwei Tagen immer mehr und mehr beschäftigt.

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