Die Ankunft

Es ist ja in Brüssel fast jeder fremd. Die europäischen Gäste einander. Die Gäste den Belgiern, die Belgier den Gästen, und die Belgier – Flamen und Wallonen – sich selbst. Vielleicht ist man hier, weil Fremdheit normal ist, so schnell an Bord. So beschreibt es Martin Leidenfrost im Jahr 2011 in seinem Buch Brüssel zartherb.

Und daran ist etwas.
Am Flughafen angekommen riecht es nach einem Gemisch aus Schokolade und Waffelteig. Wie ein Cliché begegnet uns hier Brüssel, wie eine alte Bekannte, die zu Kaffee und Kuchen einlädt.

Die Menschen an diesem generischen Ort eilen hastig umher, wie man es für die europäische Hauptstadt erwartet. Der ganzklimatisierte Stahlglasbau hat etwas von einem sehr sterilen Tunnel, in dem wir einfach weitergeschoben werden, vorbei an den Themenständen verschiedenster Anbieter.

Die Welt draußen bleibt da wo sie ist, draußen. Das Wetter auch, welches sich so richtig erst im Zug entfaltet. Dieser ist nicht klimatisiert und ein Exemplar der älteren Art. Bahnhof Nord ist unsere Destination, und spuckt uns direkt in Schaerbeek aus. Oder doch eher in einem kleinen Ort in Südfrankreich oder Süditalien? Es hat 27 Grad und das um 18.30 abends. Die Mischung aus südlichem Flair gepaart mit flämischem Wohnbau ist irgendwie charmant. Die Straßensteigung, die an San Francisco erinnert lässt uns schwitzen. Bergauf. Bergab.

Es riecht. Nach Fleisch. Kebab. Kaffee. Frisch gewaschener Wäsche.

Eine Strasse – eine Grenze – eine andere Welt
Russische Geldtower
Gehsteigfussball
Frauen?
fleischlastig
hügelig
Baustelle
Bier
Brüssel

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